Was der Tod; Amerika

Auf den ausgelaugten Böden wächst nur noch der Mais.

Irgendwann müssen wir eh alle sterben

Sagst du weil du

Unsterblich bist in diesen Augenblicken

Die dein Auge mit Büffelfell füllen:

Körner von Unbill wachsen wie Türen in den Tiefen deines Körpers

Häufen sich wie Schädel im Schambereich

Klar und satt von Pestiziden und Öl.

Du bist die Speerspitze

Ungebrochen von den Samthandschuhen der verschleuderten Gelegenheiten

(Unbill ist dein Mahl):

Die abgestrittenen Fehler – Kind stürzt ohne Helm

Die aufgeschobenen Schwächen – Pünktlichkeit und Verlässlichkeit sind überbewertet

Die uneingestandenen Siege – dein erster Kuss oder dein erster Hirnschlag

Die Speerspitze im Fleisch von morgen

Im maisgelben Abendgesang

Speerspitze aus Kupfer oder Zinn

Du mit der Silberuhr am silbernen Uhrkettchen

Gerissener Parkplatzwächter nahe der Madison Avenue oder

Inhaberin einer fliegenden Grillbude an der Hagmattstrasse:

Was mich nicht umbringt macht mich stärker

Sagst du weil du

Immer gerade kurz davor den Überblick zu gewinnen bist

Mit dieser Kellertücke im Auge

Das dein Vorratsschrank nicht ist:

Gibt es denn ein Gestirn

Das nahe genug wäre und schon genug erloschen

Das deinen Kummer nicht nähren könnte –

Das deiner Sorge nicht doch ein wenig Weihnachten ist:

Im Keller all die Leidenschaften und Zipperchen in den Regalen und

Die ungezogenen Spriessen im Mutterbauch des Ehrgeizes: berühmt werden und reich

Der Mutter ein Haus mit Parkanlage kaufen

Dem Vater wenn nicht einen Veyron so doch eine Lebensversicherung –

Die Hand ausgestreckt noch auf dem Scheiterhaufen und unterm Pfeilregen der Cheyenne

Nach den vielversprechenden Tatsachen vom Erfolg der andern:

Selbst mit brennendem Hoden und ohne Brust noch

Überzeugt vom Gegenteil:

Du siehst heut gut aus

Sagst du zum ausgelaugten Gesicht deines besten Freundes weil du

Der Wahrheit keine Fakten zutraust und mit Schamröte im Gesicht

Hühnerbrüstig und mit der Eisenhaube Maggie Thatchers

Auf den Sandbänken stehst

Die Früchte hervorgebracht haben und noch hervorbringen

(diese aber ohne Mal und aufgeplustert wie die Haut von Säuglingen):

Du mit diesem Industriefutterblick unter den Schwätzern am Tor –

Auf Böden stehst

Bitter vom Urin der Versprechen und der Versprecher:

Du mit den Augen wie Mais für die Motoren

Du bist so eine Stampede von Hoffnung:

Weshalb verschmäht dich dein Tod nicht?

Saul, Freitagnachmittag; August

Ich schlafe nicht

Die Bälle tropfen auf das gelbe Gras

Die nachgesunkenen Sanktionen entladen die Würde: neunte Stunde

Ein Flug von Käuzen im Beutel der Hitze

Neunte Stunde für den vorbereiteten Karren aus

Feuerröte am Himmel über Gilboa: Glaube nur nicht

Du machtest mich wach willst hinkommen nur um

Nichts von dem zu finden was ich suche –

Ich schlafe schon nicht

Die roten  Wangen und die staubigen Federn: die Stunde zuviel

Die wie Pfeffer in das gelbe Gras sinkt

Und der Flug eines Mantels

Vom krampfigen Kinn eines verdorrten Arschs und drüben

Die gurrenden Zäune am aufgeschichteten Haus der Familie Donner –

Mein Wert ist in meiner Verwirrung –

Und die Rast ist unbezahlt

Am Himmel der neunten Stunde.