Windgepeitschte Form

Du im dunkeln Geruch

lange

nach der Schlacht

über den Geiern

im Magensaftnebel

noch nicht kriechst

nie mehr greifst

hinauf am Aufwind

vorbei mit letzter Kraft

und der helle Bärlapp züngelt

im Geruch von unten

lange 

nach dem Sommergras

und kein Zweifel daran

wie übel du 

mitspielst immer noch

im Geschleich vom Sodbrennen

du in der Schale

tiefer als die Wurzel

und Zähneknirschen

lange 

über den Geiern

Bettlerarm mit geballten Nadeln

ausgestreckt überm Absturz

ungeschlacht

lange

du im Aufwind 

im bleu foncé vom Nachtschattengeruch

unmunter du 

mit aufbrechender Borke

über der Peristaltik von Sprache und Können

nach der Schlacht

nach dem Knochenknirschen

Holzaorten im Unweg

Darm 

geschlungen in den Himmel 

über dem Misslungenem 

Wounded Knee

unbesprochen 

ungezwungen

du im dunkeln Geruch 

über den Kakerlaken 

du bäumst dich auf

nach unten 

lange 

ungestorben noch immer 

Beste Gesellschaft

Wenn ich so in meinem Schweiss kauere 

Umgeben von Büchern Staub vollgerotzten Taschentüchern und toten Fliegen in diesen vier mathematischen Wänden  

Denke ich an Hank Alfonsina oder an Arthur 

An die Loser 

Die sich gerade so durchs Leben schlagen  

Jeder Augenblick ein Augenblick zwischen Absturz und Grad-noch-mal-geschafft  

Denke ich an meine Nächte 

In denen ich mit einem Wort als Flügelchen durch die See von Schweiss und Sperma pflüge und am Morgen aufwache wie ein Insekt dem man die Beine ausgerissen hat oder wenn es überhaupt welche hat die Flügel 

Und tröste mich damit  

Ich gehöre zu Ihnen wie sie zu mir  

Ich gehöre zu Ihnen wie sie zu mir  

Und tröste mich damit  

Dass im Scheitern eine solche Kraft liegt  

Die keiner kennt der nicht gerne scheitert  

Eine solche Kraft in der Unfähigkeit zu einem guten geordneten sparsamen zukunftsträchtigen Leben 

Dass in all dem Gestank und in all dem ausweglosen Geschrei 

In diesem von Tag zu Tag zunehmenden Verzweiflungsring 

Im Erklärungsnotstand eines Vaters  

Der für seine Kinder nicht sorgen kann  

Weil er Gedichte über alles liebt  

Eine solche Kraft liegt darin  

In der Brotlosigkeit  

In dem mit Rappen gefüllten Portmonee  

In der unvorbereiteten Vorbereitung oder ist es eine vorbereitete Unvorbereitung 

Dass ich an eine Himmelfahrt denken muss 

Oh nicht an ein Himmelfahrtskommando  

Obwohl es das in den Gedichten auch gibt sogar häufiger als man denkt  

vielmehr dauernd  

an Himmelfahrt  

in dieser Loser-Kutsche eines Gedichts  

zu den anderen verrückten  

mit ihren Schreibmaschinen Bildschirmen und Bleistiften 

die in ihren Kammern hocken  

blöde vor Verzweiflung oder Ohnmacht  

Bierbüchsen und eingetrocknete Kaffeetassen um sich her 

und ich rieche euren Geruch spüre den Abschaum auf euren Zungen und freue mich hämisch darüber  

ihr könnt gar nichts dagegen tun

dass ich mich zu euch geselle