Nachdurst (Saul)

Die Bretter schwitzen die Erde aus: blank und windlos

stehen sie vor der Welt. Alles heuchelt hier.

Die Fäuste sind einfach und das Mondlicht leuchtet ein.

An der Stirn klebt die Spucke des Kalmars.

 

Es gibt die Hundertschaften und es gibt die Einwüchse

die keine Einschlüsse sind: stockig schiesst das Licht ein.

Es saugt an der Leber: es ist keine Witterung

es ist keine Tatsache: die Erde füllt das Becken dieses Altars auf

 

der ich war. Die Bretter äugen zu mir.

Windlos und tintig schmatzen die Balken über mir.

Die Katze im Sack windet sich und braucht ihre langen

einfachen Holzfällerhände. Unter den Rippen lauscht das Mondlicht

 

dem Stühlerücken im Schatten des Altars.

Noch einen Bauerntrampel mehr und es wird einfach

die leuchtenden Sandwürfe des Libanon mit Hundertschaften

aus Unberechenbarkeit und Unberatenheit zu umschlingen

 

von hier aus: im Windgehöck eingekauert

mit vom Heucheln einfach geschlagenen Wangen

und mit von Spucke umwundenem Speerschaft in der blinden Faust:

Es leuchtet ein. An den blanken Pforten der Leber nage ich.

Moosreden VII

Das Kriechen ist nur ein Fortsatz in das Wimmeln hinein. 

Ich habe mein Erdogangesicht in die Hirschzungen geschlagen. 

Die Meerrettichwirbel zählen mich ab. 

Ich höre die Wolfstöne bis in die Keimlappen meiner Starre.

 

Für mich keine Sonntagszeitungsgeräusche bitte:

ich liebe das Maul der Fähre. 

Ich liebe die dentalen Werke deines Amorbogens 

über den gelichteten Morgen aus Torfgesichtern und vokalisierten Wahrheitsvorstufen. 

Ich küsse nur die Quelle deiner Morpheme. 

Niemand mit den Rorschachtest eines Wirbels ab.

 

Mit der Angularvene am Himmelsrist beuge ich mich der Herrschaft

von Gezeiten und Blut-Hirn-Schranken: verbalisiere die Alleinstellungsmerkmale 

der Dornfortsätze. Ingwerfarben öffnet sich das Zittern einer Morphogenese

in der Cacharelfalte. Mein Blut röhrt in einem Count-Down:

 

Für mich keine Nachrufe bitte: keine Anzeigen

bis in die Gletscherspalten der Primärvesikel.

Ich liebe die Feststoffhauben am Anfang einer Erklärung. 

Ich liebe die Batzen von Heute im Knirschen der Ohnmacht

Unter deinem blauen Fuss und die Rohrkrepierer im Drachenblut

hinter den leuchtenden Resonanzkörpern: Pfahlwurzeln im Herz. 

Rollen der Köpfe

güte und granatäpfel:
in einer grauen ecke
und kaum weisser dampf über mehlsuppe
nichts verrät das chignon über den tanz
weissbärtig das brot mit angesetztem messer
über den tanz die drehung des schweren kinns 
der harten hüften und die haut graut nicht
ach den kopf schwer so an deine granatene
brust legen und auf den amorbogen warten
auf seinen sprung aus der grauen
grauen ecke mit mehlsuppe und leichter rötung
von handgelenk und wange und das schimmern des ohrs
unterm haar mit angestztem messer vor dem tanz
schon steigt der dampf nicht weiss und die knie 
warm und voll berühren sich und ich 
holofernes ohne platz in der grauen ecke
leise wird klirren der suppenlöffel am suppenkrug und grau
und graniten die suppe nach klumpen 
nach klumpen vom bart muttern aus dem knopf
in der mitte der schale und vor dem eintauchen 
nimm das kinn vom gelenk und in der grauen ecke
erinnerung an die fabrik im blau der latzhose meinen kopf
in diese hand legen noch vor dem tanz bitte ich
der sich nicht spiegelt mit seinem kamelhaargesicht
nicht einmal im griff des suppenlöffels mit einer hand
da steht für dein blaues doppelkinn und ja auch das messer
dunkel in der grauen ecke