Blog-Archiv für Februar 2010

Kult

Beim Verpacken unserer Bücher halte ich mehrere Bücher in der Hand, klein und handlich im Format, die für mich gleichbedeutend sind mit "Kult": Aufzeichnungen aus dem Kellerloch, Tanzstunden für Erwachsene, Clockword Orange, Gehen, Die Rolle meiner Familie in der Weltrevolution, Maulwürfe, Das Buch der Unruhe...

Weshalb "Kult"? Einprägsam, sofort zitierbar, oft ironisch-satirisch, immer menschlich, literarisch voller Anspielungen / Anlehnungen an die Tradition - das beste Beispiel ist immer noch oben unerwähntes Moskau-Petuschki, dem ich noch die beiden besten Erzählung der Weltliteratur zufügen würde, Traum eines lächerlichen Menschen und A Clean, Well-lighted Place.

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Authentizität?

Lese im Spiegel eine Kolumne zum neuesten Plagiatsfall der deutschen Gegenwartsliteratur. Doch ist es wirklich so, dass Literatur sich um Imitation oder gar Plagiat foutiert und letztlich nur die eigene, literarische Echtheit, will eben vermutlich heissen: Authentizität zählt? Wenn ich selbst schreibe, geht es mir um eine Aussage, die so EIGEN wie möglich ist; dafür jemand zu zitieren, ist das Teil des Spiels. Doch dabei ist der Kampf um die richtige Aussage, die eben mir eigen ist, wichtiger, das Zitat muss erkennbar und Fremdaussage bleiben. Erinnere mich an den Anfang, als ich zu schreiben begann: ich wollte, so sagte ich, schreiben, weil ich bisher keinen Ausdruck meiner Gefühle und Empfindungen gefunden hatte, keine, um Baudelaire zu bemühen, Entsprechungen. Inzwischen gibt es fast nur noch Entsprechungen, aber das Bemühen bleibt das gleiche.  

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