Ein (doppelter) Sonettenkranz im Werden

Die beiden letzten Meistersonette im Sonettenkranz

Meistersonett 13

 

IN DEM WARTEN AUF EDEN

Was auch immer ich tue

Bin ich Gründer von Weden

Die wie Perlen der Ruhe -

 

Und ich träume als könnte

Dein Geschlecht mich vermummen

Und das mir noch Vergönnte

Mich (dich befruchtend) verstummen

 

Lassen. Tut nichts zur Sache…

Wie ein glückliches Tier

Wie ein Hamster die Runde

 

Niemals schliesst halt ich Wache

An der offenen Tür -

Es beginnt in der Stunde.

 

Meistersonett 14

 

ES BEGINNT IN DER STUNDE

In der Chären in Kunde

Übergeht: wenn im Bunde

Mit dem Hasse erfunden

 

Ein gewendeter Kreis…

In der Charon das Eis

Bis zu neuerem Mais

Noch nicht wieder gefunden…

 

Und ich wische noch taub

Mit der Harke das Laub

Dir aus welkem Gesicht…

 

Wie es leicht wird mitunter!

Ging die Barke auch unter -

Ein Zurück gibt es nicht.

Meistersonett 12 (nur noch 2 Sonette!)

ALL DIE SCHÄDEN… VERRÜCKT!

Und ich spreche nichts aus

Rein gar nichts: verunglückt

Ist das Wort von dem aus

 

Ich zu dir balanciere

Schon bevor ich es rufe:

Ausgerutscht auf der Schmiere

Und zertreten von Hufen…

 

Mit der Wucht eines Sturms

Der ganz ohne Ziel -

Was für Stürze und Schäden!

 

Jeder Fall von dem Turm

Ist der Rede zu viel

In dem Warten auf Eden.

Meistersonett 11

AUS DER OFFENEN WUNDE

Quäken Neins wie die Enten

Und verzerren im Bunde

Mit den Füchsen als kennten

 

Sie den Ausgang vorm Ende

Die Visagen der Frauen

Zu dem Lächeln das wendet

Das Gewissen zum Pfauen:

 

In dem Keckern erleben

Wir ein Eden wir Männer…

Mit den buschigen Schwänzen

 

Ist die Stirn zu umweben

Wie mit Lorbeer. Als Kenner

Werden wir uns bekränzen!

Meistersonett 5

IN DER STILLE DER NACHT

Schlägt mein Herz wie Schritte

Auf der Treppe. Erwacht

Lausch ich drauf und erbitte

 

Dass zu mir du doch kämst.

Tief in meiner Mitte

Dass nach mir du dich sehnst

Pocht das Blut. Den Ritten

 

Die getan auf ihm wurden

Sinnt der Körper noch nach…

Und ich liege erstarrt

 

In der Kälte und wach.

Müll und Most auf Hurden…

Hab vergebens geharrt.

Meistersonett 10

ALS KÄM’ ALLES ZURÜCK

Die Umarmungen Laute

Der verlegene Grimm

Wie ein Wind aus der Flaute…

 

Und ich sage noch - wir!

Und dann senk ich das Kinn.

Wie ein Ochs bin ich hier

In die Arbeit gebückt

 

In die Erde des Redens

Die dem Schweigen entgegnet

Mit dem Kehllaut des Wunders.

 

Selbst die Pflugspriet gesegnet

Von dem Blut des Erredens

Aus der offenen Wunde.

Meistersonett 9

ES GIBT NICHTS ZU BEREDEN.

Als fiel alles zurück

Auf den Anfang auf eben…

Der Moment reisst ein Stück

 

Aus der Zeit. Es entstehen

In den Mustern die gestern

Voll von echtesten Gesten

Sedimente des Flehens.

 

Und die Kinder erlernen

Wie die Muster mit Wörtern

Und Geschick zu erweitern

Sind - ein Spiel vom Entfernen…

 

Wir ertrinken im Schlick.

Als käm’ alles zurück.

Meistersonett 8

HAB DAVON NICHTS BEWAHRT

Von den offenen Türen

Kann nur selten noch spüren

Eine wärmende Art

 

In den eigenen Werten…

Was gewesen - verglüht.

Was geworden - bemüht.

Sind vergessen im Werten…

 

Nichts gibt's das sich bewährte

Ausser Gleichmut und Härte

Ausser Rührung und Schmähung -

 

In den Kammern des Lebens

Ist die Liebe die Blähung…

Es gibt nichts zu bereden.

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Meistersonett 7

Ich - in Übung der Wacht

Ganz abgeschlafft. Nichts vollbracht

Ausser Vorwurf und Flucht.

Ich - gehockt in die Furcht

 

Vorm Schablonen-Disput

Den du anlegst an das Gut

Das ich rette aus dem Tag.

Muss sich drehen das Rad

 

Durch den Eifer des Hamsters?

Stehe müd unterm Fenster

Deines Willens… Gespart

 

An der Gier des Verdrehens

Und am Mut des Gestehens.

Hab davon nichts bewahrt.

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Meistersonett 4

Eines Kusses Erkenntnisse

Wie die Glut von Hornissen

Die der Höhe entrissen

In der Wucht der Saison.

 

Und begriff’s die Raison

Nicht mehr länger wär’s plaisant.

Was gering in dem Rayon

Noch vibrierte ein bisschen

 

Hisste Flagge der Scham…

Und mein Kopf lag als Frucht

In dem Weissen der Bucht

 

Deiner Brüste… Im Schacht

Einer Treppe der Hahn…

In der Stille der Nacht.

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Meistersonett 3

In dem wirklichen Licht

Ist geschehen am Fleisch

Die Erwägung. Und beige

Ich ertrage das Gewicht.

 

Hat gemundet die Maische?

Ich erblicke’s im Gesicht:

Du erwogst den Verzicht.

Hast gewusst, was ich heische?

 

Was gemeint war ist nicht

Was geworden aus Eis.

Lass uns suchen die Hemmnisse

 

Im Verwirklichten nicht…

Und wie brennen ich weiss

Eines Kusses Erkenntnisse!

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Meistersonett No. 2

Wie die Mücken - Geschehnisse!

Unverwehrt sind gefallen

Erste Brücken. Verwehnisse

Die gehängt in die Fallen

 

Deiner Augen. Geständnisse

Wie die Nomen und Arten

In dem Flieder der Kenntnisse

Uns im Schweigen erwarten.

 

Doch die Schulden geschehen

Wie der Regenfall sommers

Und die Augen sind dicht

 

Und verschlossen dem Nahen

Eines weiteren Kummers

In dem wirklichen Licht.

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Meistersonett No. 6

Hab vergebens geharrt

Aufs Erwachen der Triebe -

Hab ergeben gescharrt

Nach den Kötteln der Liebe…

 

Das Erleben ist fart

Of illusions! Siebe

Des Versehens… Entart

Ich gebeugt über Triebe?

 

Wie die Loipen die Spuren -

In dem Schillern: Begier

Nach dem pünktlichen Akt.

 

Was ich trage wie Suren

Auf den Lippen verlier

Ich in Übung der Wacht.

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Spiral-Sonett (Meistersonett 1)

Ein Zurück gibt es nicht.

Eine Brücke dreht sich

Unverrückt. Gibt es nicht

Ein Genick auf dem ich

 

Ungebeugt Ausschau hielt’?

Nicht das Deine… Zeugt ich nicht

Von den Traum-Tücken? Hielt

Ich bereuend hin Gesicht?

 

Ein Zurück gibt es nicht.

Und ich bück mich auch nicht.

Gibt es nicht noch Lücken

Im Geweb der Geschicke?

 

Wie die Mücken - Geschehnisse…

Von den Träumen - Verzeihnisse?

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