Artikel mit dem Tag "Poetik"



04. April 2017
ein gedicht ist arbeit. diese arbeit geschieht im moment. das gedicht geschieht selten in der dauer: eine längere bearbeitung vermindert seine kraft. (hier gilt das prinzip der "ersten begegnung": der erste eindruck - im fall des gedichts der erste ausdruck - prägt nicht nur, er stimmt.) die begegnung mit dem moment findet im wort statt. das wort (oder die wörter) ist vor allem (anderen) da: bringt alle parameter für die stimme des gedichts mit sich; ist der stein, der ins rollen bringt. in...
21. März 2017
Erfüllt ist ein Wort Das mich gerade sehr Berücksichtigt: ein zurückgesetzter Balkon ohne Gemüse oder Sitzgelegenheit — Ein verschmitztes Absinken ins Greisenhaft- Befreite — ein aberverliebtes Gut Der verzückten Einheit mit dir In Stille und Plüsch — eine verrückte Falte des Glücks — ein Tusche-Strich Quer über die Brücke des Zutrauens: Ein Wort von Kenntnis und Krücken-Müdigkeit: Geiselhaft von Waggis Die mich brutal vollstopfen Mit den fehlenden Zinsen Der Wertschätzung...
31. Januar 2017
Es schält mich: Die Hörner aus den Taschen Jetzt und gestochen Löcher in den Lampenschirm Unter dessen Kokolores lange genug Einzig ist das All- Tagsgeschwader von Entsorgung zwischen den Zeilen: Verdammte Scheisse im Gleichfall Überall in rascher Folge wie Bremsen und sonst Gefleuch Keine Schwalben nein keine — Ich aale mich und schabe Am Ekzem der Teuerung: Uriah — winde mich durchs Öhr Deiner Aufmerksamkeit Gut geölt und nackt Und in Nächten im Stall Vor der Auslieferung (Jeder...
04. November 2016
Es gibt nicht den nächsten Tag. Deine Brust mag sich heben – Ein grünes Sicherheitsnetz überm Gerüst – Doch nicht das schwerlippige Schild der Zeit. Es gibt nicht den nächsten Tag. Er ist nicht einmal im toten Winkel. Aus Deckeln hörst du das Rauschen der Abwässere – Und um elf beginnen die Kirchentürme ihren Ruf. Deine Zunge ist schwer wie ein Mühlstein. Es gibt nicht den nächsten Tag. Kalt sind die Stangen des Gerüsts.
17. Oktober 2016
Auf den Fingern die Marge Mit Beeren-Schnalzen und In den Haaren die Profite Des Solitärs. Die Verträge Rühren ihre Haken in den Backen Um und die Hefe der Verluste Terminiert die Schwellung der Lüge. Der rührige Anstand erhebt sich Mit gebieterischer Schüchternheit Und spricht dem Aufstand der Bis zur Wildheit keuschen Praktiker-Schwadronen Mit der nötigen Lässlichkeit Ernte und Schrift ab.
29. September 2016
Ungeschenkte Puppengesten Arretierte Wendungen Ägyptische Sprünge — Harte Zeiten für Balken. Die Halle brüllt. Das Lachen wird Jetzt gestanden. Hier fliegt nichts. Das keine Fortbewegung. Das it Stante pede. Der Balken ist nicht das Problem. Die Füsse löffeln das Holz. Im Gebrüll der Halle dieser Körper An der Luft angemacht. Die Verse Oder das Brett das Magnet Genug für jedes Kunststück? Aber die Streicheleinheiten für Hart geprüfte Balken wie Blitzlichter Durch das Gebrüll der...
26. Juli 2016
Und wenn ich heute meinen Facebook- Account öffne, erscheinen zwischen Weltuntergangsnachrichten kleine Kunstwerke, welche mein Leben bereichern, mich erden und mich lächeln lassen. (Steffi Seitz, auf http://www.huffingtonpost.de/steffi-seitz/lyrik-im-21-jahrhundert_b_10959786.html) Es ist eine merkwürdige Sache mit der Lyrik, mit den Gedichten. Obwohl selbst Lyriker, verstehe ich sehr wohl die Bedenkenträger, die da unter Lyrik Gefühlsduseligkeit und Weltabgewandtheit, ja vielleicht sogar...
15. Juli 2016
Die Gemeinplätze deines Albtraums Sauber und willig — viele haben dran schon geschabt Mit ihren Pantoffeln und viele haben sie genossen Mit ihren Lederzungen — der Albtraum selbst Niemals stubenrein und selbst dein Stubenreim Domestiziert ihn nicht: überlebe erst einmal Die eigene schnelle Bereitschaft und Den eigenen Dreck der sich Verfangen verfängt und verfangen wird In den Haaren deiner Gosche — der Albtraum Lebt von dem Willen zur Sauberkeit und von der Werbenden Billigkeit — so...
14. Juli 2016
Heulend stossen wir aus Nicht anders als Fakire Blut schiesst aus unsere Schoss Den ungedemütigten Wind. Und im Moment der Schwerelosigkeit Aufgeblasen wie das Glas des Himmels In der schon verzischenden Hitze Bricht die Spitze unserer Veilchen-Eier. Heulend stossen wir ab Nicht anders als Echsen Die Lehmgeburten auf Asphalt Die unumstülpten Worte.
13. Juli 2016
Eine Art ausgestreckter Bauch Und logischerweise blindlings losgerannt Mit einem gefühligen Schlachtruf Und der Unvermitteltheit geschenkt Was verdaut gehört: Inspiration! Mit mehrfach gebrochenem Nasenbein Und Veilchen überall am Körper Wie in den Eigenheimgärtchen Von Merenschwand bis Hersberg Die alten röhrenden Reime gehängt An mit Nikefüsse mit Tennissocken Einfach möglichst Direktschuss aus dem Sympathicus — eine Art Hexenkarren der Dichtung mit all der Säure des...

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