Artikel mit dem Tag "Nov13"



25. November 2013
Wenn das Lächeln zu einer Floskel wird Wie die Frage nach dem Befinden Gibt es nur noch eines: Du musst dein Leben ändern. Diese Versteinerung der Konvention In deinem Gesicht ist Zeichen Der Versteinerung der Invention. Lasse dich nicht bannen In die Form deiner Vergangenheit Lasse dich nicht einzonen Ins Areal des Denkens der andern. Zone dich um und Schmelze dahin. Schon Kinder lernen das Lächeln auf Vorschrift. Ich habe Freunde Die niemals lächeln Und kaum mehr scherzen - Sie sind mir...
25. November 2013
Jeder Trottel schafft’s in den Ozean hinein Aber es braucht eine Göttin Um aus einem herauszukommen. Was für Ozeane gilt gilt natürlich auch Für Labyrinthe und Gedichte. Wenn du zu schwimmen beginnst Durch Brandungs-Rhythmen und durch den Seetang der Metaphern Musst du ein guter Schwimmer sein oder eine geborene Göttin Um aus ihnen herauszukommen. Schau nur die Seeotter an die wild wippen Da draußen in der Mitte des Gedichts Sie schauen so eifrig und ruhig aus beim Spielen da draußen...
20. November 2013
Die beiden Mauern sind Friedhofsmauern. Der Raum wie die Zeit, die sie umschliessen, gehört ihnen nicht - sie gehören weder zu diesem Raum noch zu dieser Zeit. Das sind wir, diese beiden Mauern: umfriedend den Raum der Familie. Darin wird gelebt und gestorben. Es ist ein Raum von einer gewissen Hektik, eine Zeit von einer gewissen Enge. Unser Bemühen konzentriert sich inzwischen nur noch auf das Umhegen, auf das Begrenzen. Aber das ist eine Lüge: wir sind fallende Steine in einer Bemühung,...
19. November 2013
Die beiden Mauern beginnen An der Kirche. Sie scheiden aussen von innen Und umringen: Die bleichen Steine bewachsen Von den Flechten. Die leichten Tiere durchrascheln Das Gerechte. Doch ihnen liegt Das Tor im Weg: Ein Bogen „nun?!“ Und aussen liegt Der krumme Weg Ungehegt und stumm.
06. November 2013
Wie kannst du Herr mich Sünder denn lieben? Ich selbst bin wie ein fliegender Baum Der ungewollte Frucht brachte und Lieder… Wie kannst du Herr mich Sünder denn lieben? Ich falle stehend und wate im Schaum Der eignen Schuld - schwächstes der Glieder… Wie kannst du Herr mich Sünder denn lieben? Ich selbst verzeih mir Luftigem kaum…
04. November 2013
Ich widerstehe Dem bekannten Wort Dem blossen Staunen Dem bekleideten Gefühl - Ich liefere nicht freiwillig ab Den Zehnten der Hoffnung. Ich widerstehe Dem folgsamen Reim Den blassen Launen Dem beschreibenden Kalkül - Ich nehme nicht freiwillig teil Am Sabbath des Defizits. Dies ist mein Ja-Wort.