Artikel mit dem Tag "Medea"



03. Dezember 2015
Deine Warzen bäumen sich auf Und schlagen mir ins Gesicht. Die Zunge liegt am Gaumen Wie eine Fledermaus und die Wörter Die sie spricht sind wie Kot: Ätzen den Fels meines Verstands Tief in der Dunkelheit meiner Ausgehöhlten Sinne. Es gibt keine Limite mehr Für die Solidität: das Kapital deiner Hüften Ist ein Fels in der Brandung schwankender Zinsen: Das Schwanken deiner Hüften Verändert das Angebot. Und besänne ich mich – Für einen Moment oder zwei – Die Nadelspitzen deiner...
26. November 2015
Man braucht nicht Gründe Wie die gebogenen Münder der Schönheit. Es gibt keine bessere Ahnung Als die letzte Kürze Wenn an der Wurzel gezogen wird Die Lust heraus aus dem Abfluss. Es braucht nicht Stunden Für die entschlüpfende Lust. Es ist alles Beirut. Die krude Notlose Schädigung bleibt immer der Schrei Des Esels. Und keine Rute. Es gibt Anlässe für Küsse. Es gibt sie. Sie zerren am Fleisch der Ranzen Und suchen die ganzen Fluchten In den wenigen Teilen die noch Bei Ruth: Ein Kanal...
24. November 2015
Das Warten ist noch da. Es ist ein Stab in meiner Hand. Ich strecke ihn aus und messe. Wo bist du? Ich stochere im Dunkeln. Am Bord des Zwielichts sitzen wir Und werfen Kiesel hinein: sie fallen ohne Laut. Manchmal spritzt Milch auf Im Dunkeln und trifft uns im Auge. Und die Kutschen donnern vorbei wie immer. Das Warten hält aus: eine See aus Verschränkten Händen und untergeschlagenen Beinen. Es gibt kein Drüben: alles ist hier Beim Warten. Wo bist du? Der Stab berührt Weichteile: Ein...
30. Oktober 2015
Ich allein bin entronnen — Was könnt ich noch sagen? Der Rauch steigt auf. Die letzten Flammen Züngeln eifersüchtig darin Und stille ihre Lust. Was ich war — dahin Selbst was ich hätte sein können — Heisser Schotter und kalte Schulter… In all das das da geschah Ohne Erwägung und ohne Bewusstsein Fällt Regen ohne den Durst Der Feuer zu löschen. All dem Bin ich entronnen — wofür? Und was ist da noch zu sagen? Ich glaube nicht mehr an etwas Aus mir — all das hier Dieser Haufen...
12. Oktober 2015
Dein Blick mordet Geschichten. Dein Körper kremiert mich. Noch bevor ich das erste der Wörter spreche Bist du wieder andere Örter: meuchelst Die Beute meiner Fantasie und räucherst Die griechisch-plastische Steifheit Bis in die äussersten Poren Meines letzten Zitronenfetts entpresst Auf dass ich aufgedröselt mich auflöse Im Ofen deines Körpers aus — Dein Blick mordet Geschichten. Die uns verwirklichten und dein Körper kremiert Im Öl des Ringens die aufgeweichten Krümel Meiner Scham...
24. September 2015
Ich klinge schon wie ein Bahnhoflautsprecher. Auf meiner Platte Kreist der abgeschlagene Schwanz. Der Schatten zieht weiter Über die Scheibe voller Trippeln. Die Bruchstelle hinterlässt Abrieb wie Lippenstift Auf all den Fräulein-Spiegeln. Der Schwanz zuckt noch wie mit dem Kopf! Der Drache in all seiner Niedlichkeit In den Scherben auf dem angehaltenen Steinfluss: Das Bitten im Blick hat immer gewirkt… Das Kitzeln ist unerträglich — Meine Ansagen donnern Durch die schattenlose Halle…...
23. September 2015
Mit Lumpen gefüllte Tausendfach gekittete Irdene Krüge seid ihr! Als könnten Kriege euch Reinigen wie Öfen! Ich lobe mir die Memmen Die sich unter Granaten In die Büsche ducken! Die in Suppenküchen anstehen Die Lumpensammler. Und eure Kriege verlängern Nur unser Elend und nicht Eure Schwänze! Was brauch ich euch Stechmücken Wenn ein Wort genügt Um die Blähung aufspritzen zu lassen Wenn ein Blick euch Aufbäumt und aufspiesst? Und du Held aller Helden Rotwangige Banause der...
21. September 2015
In Kriegen war ich: Keiner wie dieser. Mut ist hier nichts wert Und auch Tapferkeit zählt nicht. Dieser Krieg findet unterm Harnisch statt Unter der Haut oder gar nicht Fast schon im Blut selbst. Wäre er nur eine Infektion! Eine offene Wunde! In Kriegen war ich: Keiner wie dieser. Wissen ist Krebsgang Können ist Tanz des Schneiders. Hier wird gemessen mit Selbstsicht Und wer sich selbst trifft Verletzt den andern Am meisten. Ginge es nur m Wagemut Um blindes Dreinschlagen! In Kriegen war...
09. September 2015
Sprich mit mir! Wenn ich nicht da bin Kannst du schweigen Pillendreherin! Jetzt bin ich hier und Gut ist keine Antwort. Lege die Wörter ab. Nackt sage an Was geschieht: In deinen Büchern steht Dosiertes Leid: gerollt Und gehäuft in den Ecken Bis in die Mitte des Raums Wo ich stehe unter der Glühbirne Mit dem langen Gesicht eines Esels. Lüg mich an! Fälsche das Buch deiner Befindlichkeiten: Blutung der Bereitschaft Ich. Drehe mir lange Nasen Aber sprich mit mir! Soll ich weiterhin mit...
30. Juli 2015
Die Kinder werden gut Wenn ich sie halte Ihre blonden Köpfchen zwischen meinen Brüsten. Auch für ihn sind sie kein Gut: Der kleinste unteilbare Gemeinsame Nenner: Und doch zählt er wie ich Die Dinge an ihnen Die sein sind und Will sie häufen höher als die Dinge Die mein sind an ihnen. Er nimmt ihnen Was er kann — Wie er mir getan. Er gibt ihnen das Was ich nicht geben kann — Wie er mich gefangen. Die Kinder kommen von ihm Ausgewechselt und fremd Seine Augen glänzen in ihnen Seine...

Mehr anzeigen