Artikel mit dem Tag "Jun14"



25. Juni 2014
Das Schiff heisst Della Pietà. Es fährt den Fluss Hinauf und hinunter - Einen Kilometer flussauf Einen Kilometer flussab — Röhrt und klatscht Und die Wellen Schlagen hart An die Ufer Auf dem Enten Ruhen. In dem Moment Da der Motor leiser wird und Fast verstummt Ist die Wasseroberfläche Wieder glatt. Dann Heult der Motor wieder auf. Die Enten lassen sich Ins neblige Uferwasser Gleiten.
21. Juni 2014
Doch ist’s ein Kampf Wahr sein und offen Allen ein Krampf Wollen nicht hoffen… Wahr sein und offen! Wort ist ein Ding: Wollen nicht hoffen Dass ich schon sing… Wort ist ein Ding! Niemand kann’s hassen Dass ich schon sing Floskel-belassen Niemand kanns hassen Doch ist’s ein Kampf Floskel-belassen Allen ein Krampf.
20. Juni 2014
Lange wieder war es still um die "Lautmeldungen". Jetzt aber kommen gleich zwei Lautmeldungen online. 1) Klopstocks "Zürchersee" als Hommage an meinen deutschen Lieblingsdichter 2) Tomas Salamuns Gedicht aus dem Zyklus "Aber das sind Ausnahmen", das sich einen modernen Jesus imaginiert
18. Juni 2014
Dass ein Gedicht für mich erschüttern, nicht einfach nur rühren, nicht einfach nur Sympathie bewirken soll — diese lächelnde Zustimmung, die alles nicht ganz Unangenehme, einigermassen Brauchbares und nicht ganz Berauschendes in uns auslöst, oder diese freudige Erwartung, die aller Unterhaltung innewohnt, die nur Versprechen und nicht auch Verheissung ist —, dass ein Gedicht zu einem deutlichen Ja oder Nein, zu einer instinktiven Reaktion und einer Verschiebung von Massstäben und...
16. Juni 2014
Jede Entscheidung ist Entwendung Kippenwurf. Meine roten Säcke Blähen sich mit all den Sachen Die selbst ich für nötig halte. Heute gibt’s nicht: Null Verwendung: Lippendienst. Nutzen bringt nur Zwecke! Leben wir denn durch die Sachen Die selbst ich für nötig halte? Schaffen doch nur in der Schändung Bleibendes! Gecken die sich strecken… Während ich mich bück für Sachen Die selbst ich für nötig halte. Jede Entscheidung ist Entsendung Klippensprung. Niemand will sich hecken....
13. Juni 2014
Wie gut ist es, dass Entwicklungen nie versiegelt bleiben, sondern immer wieder erbrochen werden. In der erneuten Beschäftigung mit Klopstock, den ich seit meiner Studienzeit, seit meiner ersten Interpretation seiner Ode „An Fanny“, die damals schon (und um wie viel mehr heute, im „reifen Mannesalter“, da alles Vergangene mit jedem Schritt ins Alter und Sterben schwerer und wirkmächtiger wird!) meine eigene unglückliche Gymnasten-Liebe vorspiegelte, allerdings in nicht gänzlich...
11. Juni 2014
Am Ende meines Slamauftritts gestern Abend im Hinterhof, ich stand bereits wieder, aber mit weichen Knien, an der Bar, trat ein Mann aus dem Publikum, älter als der Altersdurchschnitt, genau wie ich, also ungefähr 40 oder leicht drüber, zu mir heran und sagte mit viel Gewissheit und Wohlwollen in der Stimme, Sie sollten sich vorher überlegen, für was für ein Publikum Sie Ihre Texte lesen, denn die gehören nicht hierher. Ich hatte mich gerade über meine erste 10 (Bestnote) gefreut, die...
11. Juni 2014
Behändige Was dich bändigt: Sandbänke und Unterspülungen. Dein Griff hindert Die Wendung. Führe Kühlung Dem Mütchen zu: krumen-nah Und doch nicht da Erwägst du Inseln (Irre Kapseln) In inständiger Innervation Und Kehraus des Unwirsch-Guten — Nimm dich in die Hand — du Arzneimittelschrank des Bögelns. Du legst dir ein Geschirr an Das nicht von hier. Flirren Eines Bogens: kretine Krusten Säumen die Kreten über die gespannt deine Batteriebetriebene Ohnmacht — Geweisselte Wand...
10. Juni 2014
Was ist denn? Kannst du noch sagen Was gut ist Was bejaht Ohne es Und Trotz deiner Freiheit Freiheit zur Wahl Umzuwenden — Die Glätte und Rundung der Vokale Zu versteifen und aufzurauen Bis zum stumpfen Laut — Musst du das Heute denn Häuten und seine Haut Nach aussen gewandt Der Vergangenheit entgegen Halten? Ist es denn Wagnis Die Zahl auf der Münze Für die Figur darauf Aufzugeben Da sie doch Wenn auch abgewandt Bleibt? Was ist’s denn Das dich in die Arme Von Einsamkeit und Verzicht...
02. Juni 2014
Hinter Scheunen und Ställen Hinter Garagen und Industriemehrzweckhallen Unter Hochstrassen und Traktorauffahrten Auf Autobahnraststätten An Abhängen von Ufer-Serpentinen Auf abgezäuntem mit Busch und Kraut überwachsenen und Baustangen markiertem Gelände Auf abendlichen Baustellen und nächtlichen Bushaltestellen In den Hecken von Autobahnabfahrten In den kleinen Nachtigallen-Wäldchen am Stadtrand von Catanzaro In den Reusen nach der Flut und in den Rechen kleinerer Wasserkraftwerke nach...

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