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Reduzierte Morbidität III

Und dort ist es dunkel. Es ist immer dunkel 

dort: in den keuchenden Tiefen eines endemischen Kontinents:

Organ an Organ gepresst

in Erwartung eines grossen Reibachs

und in jeder Alveole leuchtet kurz

die Hoffnung auf einen Treffen auf

während ich schlafe in den Formaldehyd-Tiefen

meines Hotboxing-Projekts. 

 

Und ich kratze mich im Dunkeln

wo die Scherben meiner Haut unter den Nägeln

auf weitere Schiffbrüche warten:

es ist kalt dort. Es ist immer kalt 

dort: in der Orangenschicht 

steigt der Speichelpegel und ich begrüsse 

die in die Disteln gereckten Buge der Stationären

mit unverhältnismässigem Kratzen und Krächzen auf Stein und Sand:

 

und finde die Rippen von Doggen und

die Ruhe von Vorurteilen.

Für einen Moment halte ich die Taschenbänder geschlossen

während mir die Haut unter den Nägeln immer noch brennt:

die Versprechen einer Besserung murmeln dort weiter

wo die schwarzen Hauer im Rachen reiben –

es ist immer dunkel dort 

und Hände und Rücken schmerzen vom Schaufeln.

 

Es hat mir die Sprache verschlagen und ich halte

die Organe eng an mich gepresst

die mir die Dunkelheit noch nicht entrungen hat:

im feuchten Leinen kauere ich im Mondspalt

der vom Surfactant offen ist

der das Festland sich an den Bettpfosten heiser brüllen lässt:

Es ist dunkel dort. Immer ist es dunkel dort

wo der Auswurf hinter zitterndem Glas gewinnbringend gesammelt wird.