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noch ein Nachdurst

So möchte ich einen Ledergesang anstimmen –

mit dem fleischigen Teil meines Herzens

hoch aufgerichtet in die basische Zärtlichkeit zu den Augen und zur Tollheit:

eine Art Kronleuchter aus Sehnen und Sehnen unterm Schraubenfuss der Praxis

ein Igelpfad zwischen Tropfen und Blei

und gereckt in den Büschen kauern

halb Indianer halb Dominikaner.

 

So möchte ich klopfen auf die ockerfarbene Flaschenbürste und auf die Perlmuttblätter

in der Hitze und Unaussprechlichkeit von Lauten

die wie Preiselbeeren die wie mit Spinnenbeinen an das sandgefüllte Glas klopfen: sind das deine Augen?

und mit den Barthaaren ertasten bis hinauf in den Regenwald des Unterlids und

in die Flechten der Iris und die Myriaden Augenblicke

die du verteilstund mit dem Zeigefinger einer Antenne

unter der Himmelskutte das runde Wiehern ausscheiden –

 

So möchte ich am Rattenschwanz der Wirklichkeit so lange zerren

bis die Laute wenn nicht vorne gemacht

so doch hinten bekommen werden und das tolldreiste Flüstern der Epidermis

unter dem Möchtegang von füchsischen Absichten und strauchförmigen Winkelzügen

und einmal ganz ohne die flatternde weisse Fahne des Alters

aus ihrer karolingischen Minuskel traubenartig aufschwillt

und in einer Flamingorötung in den unteren in den hinteren Regionen

aus heiserem Absaugen von Zeit und ringenen Witwenhänden aufgeht.

 

So möchte ich auf den Morsecode gestrichen mit blau gefalteter Zunge eindringen

in die symbiotischen Aberwelten uvularer Salbung und

in die windgeschweiften Säurezustände voller gepfropfter Wahrheiten:

unter der Maseratikappe für ausgeschürfte Fossilien härtet sich

Ton um Ton und bauschig aufgerichtet

im Ho-ho-wie zwischen wahrhaft und wahrhaftig

und mit Blaubart-Zärtlichkeit die grüne Hand der Zeitlichkeit.

 

So möchte ich wie Kohlensäure in den Asphalthimmel platzen

ein Troublefête mit posterodorsalen Limonadenwörtern

und Austernschraube für Lippenhecken und Backenzähne:

und ich Nathanaël Sohn von Thomas ziehe meine Furche in die sandige Finsternis

hinein vor der Entstehung von Schwerkraft und schlingender Materie

vor der Frage nach deinen Algen und raube in der klingelnden Nacht

noch vor dem Klopfen der Engel den Vermeil-Verbiss an der Ikonostase deines Bauches.