Aus: "Prokura"

Mitten im Schneckenklee führe ich dich ein:

oben und unten gleich lang und keine Draufsicht.

Entfernt erinnern wir uns an das sagenhafte Jucken.

Während Schluckmomenten hältst du die Handreissschiene wie ein Instrument der Ergötzung und ich unterm Reissbrett

überströmend von Speichel und Jugend –

und vergesse nicht die Gnadenlosigkeit der Ringmuskeln und

die Gedankenlosigkeit des Kehlkopfs:

ich höre noch das Schaben an der Zellulose in den Plicae transversae –

und ich denke an die gleichschenkligen Dreiecke im hellen Saum der Neonbatterien und deinen Gang:

eben zur Vertikale prokrustet und den Hals in einer Beflissenheit zur besseren Resorption der Stärke in kaudaler Pelikanhaltung –

ergötzlich sieht das nicht aus:

aber es ist still und ich vergesse nicht

es ist die Stille nach der Frage

(und niemand ist mehr da)

darum könnte es sich gehandelt haben –

ich hielt die Schablone fest in der Faust

als wäre mit Schluckstörungen zu rechnen

aber nicht einmal das schien mir gesichert

und auch erbrochenes Feuer möglich –

sah die den Plan falten: Haustrum um Haustrum verschwand er in deinen Händen und war am Ende

grad so gross wie mein Gesicht.

 

Mitten in der Schneestille führe ich dich ein:

ein kranialer Vorbote von Hernien und Reflexen.

Es gibt keine Amylase

die dir hülfe: und der Sphincter

ist selten Bestandteil der Show oder Schlagzeile.

Im blauen surrenden Licht konnte nicht vergessen werden

dass die Zirkel einer letzten Fliege nicht von deinem Einsatzzirkel gezogen wurden und ich

im Rachen der Korridore und im Rektum der Produktionslinie

die fluoreszierenden Botschaften der Lösungsmittel erspähte:

kein Auskommen ohne Verwindung –

keine Einkunft ohne Peristaltik:

und kein Vergessen ohne Strichliste.

 

Und doch ist Jucken eine Ergötzung:

lässt sich nimmer vergessen

auf den einsamen Spielplätzen der November –

lässt sich nimmer aussitzen:

ein speichelschimmernder gut durchbluteter Lappen des Lebens im warmen Brausen.