Ball

Der Ball ist im Lager: sattes Leder –

die Leber eines Hais oder ambre gris

und es taut in den Beckenbereichen der Grossmütter:

nur noch die eine Parade zur Vervollständigung einer strafferen Leihvaterschaft.

 

Andere Bälle unterliegen den Gezeiten aus rarifiziertem Trauma und unkostbaren Luftwegen:

sinken als wären sie geflüchtet in die eingedickten wärmedemmenden Schichten eines Totmanns.

 

Die Fatigue rollt über die Scherben des Stoffwechsels nicht unversehrt hinweg:

um ihre Gargantua-Knöchel rieseln die foie-gras-farbenen Würfel ungesättigter Wahrnehmung vor und zurück.

 

Vor und zurück: geballte hypnagogische Kraft

eingesaugt vom XX. Parteitag

ausgeschieden von Enola Gay –

eine Wiegenbewegung oh nichts anderes

ein Blick aus dem Schlafzimmer: die Grossmutter bauscht die blutroten Kissen und Decken über die am Abgrund versammelten Stühle und steht für Momente über dem Schwarzmarkt an der Friedrichstrasse und den kyrillischen Schildern –

und es taut in den Stempelmaschinen

("der Sprache nach war sie eine Russin")

und in der Errichtung des Potala auf dem vom Menstruationsblut verkrusteten Brustbein

und im Bergen des frisch geschlürften Asphalts (mit und ohne Abdrücke und Schneckenschleifspuren)

tänzelt die Zunge des Apparates in einer Art Glukoserausch über die Beschlüsse und Ausreden hinweg:

zum grösseren Wohl der Menschheit.

 

Und als die Menopause fällt in die ungeschlüpfte Kibernetik und in die ausgerollte Bannmeile der Blutsperren –

als die verstopften Kapillare bersten vor Gelbheit und die letzten Knorpel unter dem Druck sedimentieren

ist es an den Nilometern (und die uringelben und ringelblauen Eierschalen treiben wirbelnd obenauf) ihre Aufgabe zu erfüllen:

keine Weisung mehr und keine Glutaminsäure

kann das Seufzen der Menge dämmen –

denn der Ball rollt umgedreht

(immer noch von hartem Leder)

zwischen den Zelten hindurch und stösst eine Schneewehe um.