Nachtgedicht #2

In gewissen Nächten 

Schweis gebadeten Nächten

Wenn Leintuch und Kissen dem Körper

Einen heroischen Wickelkampf liefern

Und besonders in den kühleren und 

Bereits wieder helleren Morgenstunden

Geschieht ein halbes Leben und du bist ein Haar

Das der Wind der Synapsen um den Finger der Wahrnehmung wickelt

Der plötzlich zum Zeiger der Vorstellung wird und du

Zum Guckloch der Schöpfung

Alle Muskeln angespannt zum Sprung über den Abgrund der Dämmerung

Und du wachst auf und dein ganzes Wesen steht dir zu Berg

Bist um Jahre gealtert und was

Du geträumt hast ist dir 

Nur halb noch bewusst

Und doch fühlst du dich

Im nassen Bett liegend 

Wie in einem widerspenstigen Mangrovenwald

Als könntest du gut und gern einmal

Einen Tag

Nicht leben.