Im Dunkeln stochern

Das Warten ist noch da.

Es ist ein Stab in meiner Hand.

Ich strecke ihn aus und messe. 

Wo bist du? Ich stochere im Dunkeln. 


Am Bord des Zwielichts sitzen wir

Und werfen Kiesel hinein: sie fallen ohne Laut. 

Manchmal spritzt Milch auf

Im Dunkeln und trifft uns im Auge.


Und die Kutschen donnern vorbei wie immer.


Das Warten hält aus: eine See aus

Verschränkten Händen und untergeschlagenen Beinen.

Es gibt kein Drüben: alles ist hier

Beim Warten. Wo bist du? 

Der Stab berührt Weichteile:

Ein Aufseufzen ist zu hören

Von Schmerz und Lust. 


Im Dunkeln kann dem Stab alles geschehen —

Er kann brechen oder spriessen wie Platanenäste. 

Mit einem Mal sehe ich dich 

Wie ein Stern an meiner Seite

Aus meiner Seite wachsen: 

Aus der dunkeln abgewandten Seite. 


Und die Kutschen mit ihren weissen Menschen

Donnern vorüber wie immer.  


Ich höre dich wie ein Schaf lachen.