Herbst und Nachbar

Der Herbst ist ein breitarschiger

Trapezkünstler: spannt seine Filets

Hoch in der Stratosphäre und für Schnecken

Erreichbar auf wie leichtsinnige

Löwenzahnflocken. — Mein Nachbar

Ärgert sich über das Wetter im Süden:

Als sei das Land selbst Schuld an der Lage. —

Der Gang im Morgen wie

Waten in Muranoglas. —

Der Tau auf den Fussballfeldern:

Sternenspucke. — Der Tänzer oben

Hustet wie mein Nachbar nachts:

Die Sockengesichter im Tramgedonner

Verpackt und immun gegen die Heldentat

Des Künstlers — halb Schnuppe

Halb Eau sauvage — der zwischen Beeren

Des Feuerdorns am Seil zwickt

Und am Winter strickt. — 32 Grad

In der Nacht Schlaf unmöglich

Und die Luftfeuchtigkeit! Unmenschlich!

Schimpft mein Nachbar weiter. —

Die Schieferplatten glänzen noch von der Nacht

Das Gras vom Sommer versengt 

Wie abgeschlagene Falterköpfe. — 

Dann ist das Arsch ausser Sicht für einen Tag

Für nur einen Tag: mit dem Tau und den Kondensstreifen

Verduftet. Es wird warm. — Mein Nachbar

Füttert seine Kanarienvögel im Garten. 

Sein Rücken im blauen Hemd mit den Salzspuren von Schweiss

Nochmals so breit wie das Seil

Das der Sommer vergeblich gedreht hat.