Eine Fiktion

Besitz ist eine Fiktion. 

Stehe ich auf einer Wiese hoch über dem Mittelland…, weiter unten ein Traktor auf der Landstrasse und die Wolke eines Atomkraftwerks, gehört mir diese Wiese für den Moment, da meine Füsse auf ihr stehen. Ein Gefühl der Grösse, vielleicht der Macht, der Erweiterung des eigenen Selbst. Auch für eine Wiese unten im Tal gilt das gleiche - solange darauf der eine oder andere Obstbaum steht. In dem Moment meines Darauf-Stehens kann mir niemand diesen Besitz, dieses Zu-mir-gehören nehmen. Dieser Moment ist alles, was zählt. 

Wohl sind wir auch Teil eines Kreislaufs, doch ist die Materie, Erde oder Fleisch, unendlich mehr „von hier“, gegenwärtiger, dauerhaft gegenwärtiger; ewig fast schon. All unser Besitz ist Augenblick. Die Materie besitzt sich immer, weil sie ohne Bewusstsein ist.