"Der arme Poet"

Gefangen in den Lichtstreifen der Rollläden

Liege ich auf dem Bett und wälze mich darin.

Mein Magen ist flach wie Papier das Wasser gezogen hat.

Mein Geist ist fade und federleicht. Gelegentliche und gleichförmige Gedanken

Halten ihn in der Schwebe der Interesselosigkeit. 

Aufstehen? Wie ein Widergänger hebe ich meinen Oberkörper empor

Aus den dünnen Laken… Man müsste das Fenster schliessen:

Die Luft ist kalt. So stehe ich nicht auf. 

Ich lausche den Schritten des Nachbarn über mir

Beängstigenden Schritten voller Unternehmungslust. 

Ich drehe mich zur Wand und kratze mich dort

Wo das Selbstmitleid seinen Sitz hat. Ich fordere es heraus:

Ich brauche seine Hilfe. Mein Telefon vibriert irgendwo im Raum.

Wie eingeschlafene Glieder regen sich Wörter in mir

Zu einer Art Gebet zu einer Art Verfluchung.

Was für eine plötzliche Leidenschaft & Wut!

Ich werfe mich herum und horche auf den Regenfall.

In der Wand auf Kopfhöhe rieselt und gurgelt es

Dort ist eine Regenrinne… Ich habe Hunger und nichts

Zu essen und denke leise ich liebe dich ich liebe dich

Doch wen genau und lutsche an meinem Daumen 

Statt wie bei Spitzweg an der Feder.