Medea V

Die Kinder werden gut

Wenn ich sie halte

Ihre blonden Köpfchen zwischen meinen Brüsten. 

Auch für ihn sind sie kein Gut:

Der kleinste unteilbare

Gemeinsame Nenner:

Und doch zählt er wie ich

Die Dinge an ihnen

Die sein sind und 

Will sie häufen höher als die Dinge

Die mein sind an ihnen. 

Er nimmt ihnen

Was er kann — 

Wie er mir getan.

Er gibt ihnen das

Was ich nicht geben kann —

Wie er mich gefangen. 

Die Kinder kommen von ihm 

Ausgewechselt und fremd

Seine Augen glänzen in ihnen

Seine Worte flattern aus ihnen.

Und fast lächelte ich

Gefangen von diesen

Mutwilligen Lektionen der Menschlichkeit.

Aber ich lasse mich nicht

Von Mutwilligen beherrschen!

Ich nehme sie an meine Brust

Und fühle sie dort zucken & zittern. 

Sie wehren sich ein wenig

Und werden bebend 

Wieder gut und nah bei mir. 

Noch eine Weile sehe ich in ihren Augen 

Seine Worte und in ihren Mündern

Höre ich seine Augen leuchten. 

Ich gebe ihnen Scharfes zu essen

Nicht Süsses und an ihren Tränen

Lese ich dass das Gut

Das er ihnen einflösste 

Sie wieder verlässt.

Nachher sind ihre Augen 

Meine Augen & ihre Münder

Sprechen meine Sprache. 

Ein Rest bleibt ihnen von ihm immer

Ich weiss es und kann es nicht hindern. 

Salz in ihrem Hirn und

Kalk in ihrem Herzen.