Wie eine Wache in der Nacht

Neben der ich liege

Sie ist krank

Unversehrt & krank

Sie funktioniert nicht mehr

& die Ärzte sind hilflos: finden

Weder Ursache noch Wirkung.

Zum Zerreissen gespannt

Zum Zerplatzen gefüllt. 


Neben der ich liege 

Verwirrt & müde

Sie ist mein und geht voran

Ungetäuscht & wach — 

Die trockenen Augen wie Frösche auf mich gerichtet…

Alles Ungestüm hat mich verlassen wie die Ratten auf dem Schiff:

Es gibt keine Rückkehr mehr

Es gibt keinen Anfang mehr.


Neben der ich liege 

Sie wird nicht schlafen

Die ganze Nacht & ich

Halte ihren heissen Körper 

Mit meinen Fischhänden…

Die sie nicht mehr erträgt & von sich schiebt…

Ihre Augen 

Erfüllt von Angst & Bitte

Ihr Leib

Gespannt vom Ostwind

Diesem weit herkommenden Schrei nach einem Joch —

Alles hält mich hier 

Neben ihr. Sie wird nicht

Schlafen noch träumen. 


Neben der ich liebe

Sie ist der Grund für mich

Sie ist das Resultat für mich —

Meine Augen flattern & schwinden & ich habe

Nichts mehr zu sagen. 

Ich denke nur an Schlaf.

An den weit offenen Fenstern klebt 

Schweissdunkle Schalheit

Laute Unbewegtheit…

& ihre schwarzen Augen blenden mich

Was mein Gott ist unter ihrer Schale?!


Neben der ich liege

Sie will mich halten 

& ich schmecke das Salz ihrer Wangen —

Oh könnt ich nur schlafen!

Mich in die Arme des Traums werfen

Weg von ihr & dem

Was kommen wird

Was mich hilflos ausliefert dem

Was mein Leben wird

Über uns die flackernde Fahne der Dämmerung.

& der Traum löst sich von mir 

Mit dem Geräusch eines aufgeweichten Blatts

Das entzwei gerissen wird.