Medea IV

Da kommt der Traumherr!

Er trägt ein schönes Gewand. 

Ich sehe sein Gesicht 

Doch ist es wie abgewandt.

Er kommt erneut zu besprechen

Mich im Exil. 

Will seine andere Zunge nutzen

Die mich leckte

Überall als ich tötete

Im Nacken leckte wie

Heisser Windhauch am Abend…

Am Abend ja…

Bevor die Steine der Mauer ausgekühlt…

Er hat geträumt

Das kann ich sehen

An seinen glanzlosen Augen

An seinen rosaroten Backen

An seinen sicheren Schritten

Und werde es hören

In seiner unaufgelösten Stimme…

Nie mehr will ich es fühlen!

Träumer sollten geboren sein

Ohne Zunge… und ich

Die ich Münzen zähle 

Formulare ausfülle

Bittbriefe kopiere

Und hin und wieder

Den üblen Zauber breche

Den die Leute übers eigene Leben legen

In dem sie hoffen auf anderes —

Ihn breche den Reiz zum Träumen

Mit harschem Knirschen meiner Rede

Meiner unkrautzermahlenden Rede

Die mahlt und mahlt wie eine Kuh 

Auf der Weide mit gleissendem Auge und 

Hohen Rippen das Gras mahlt

Zu Sand mahle ich es zu Sand

Für die Sandbänke im Sommerfluss 

Für die Buben da draussen mit ihren Träumen von Mythen

Die verbieten den einen Traum 

Den einen Traum den er mir jetzt wieder 

Besprechen wird. Ich werde ihm nicht glauben. 

Und doch wird er mich

Nochmals wenden 

Schmerzvoll wird er mir den Pelz des Hier

Den Skalp des Jetzt

Abziehen und zum Trocknen

In den Mittag hängen

Ja in den Mittag 

Über den die Schnüre mit der Wäsche gespannt wurden

Damit all die verdammten Fliegen

In Korinth sähen

Was es geschlagen hat:

Die blinzelnde dritte Stunde

Erst und noch Zeit

Noch lange Zeit… Träume

Haben Zeit… Geschiebe der Zeit sind sie… ich aber

Will tun. Ich tue. 

Soll er träumen

Soll er besprechen

Die auserwählten Eingeborenen. 

Da kommt er.

Sein Mund kaut bereits die Wörter und bleckt

Das Lächeln eines Botschafters und 

Die Zahnreihen einer Hyäne.