Medea III

Stille jetzt!

Auch ich bin 

Anders. Mehr noch

Als du: fremd

Wie ein Stein in der warmen Hand. 

Bekannt wie das Blatt der Eiche.

Aber wer ist wie es?

Nichts & niemand…

Mein Herz ist ein Tollhaus

Voller Stimmen weit & eben & hell.

Stille jetzt.

Ich will ihnen lauschen…

Ein Wald von Stimmen.

Alle regen sich…

Jede anders. Gleich &

Verschieden. Das Knirschen

In deinen Ohren ist nicht

Das meiner Zähne…

Es ist der Laut der Entwurzelung

Der Laut rollender Kiesel.

Hast du je gehört

Dass eine Eiche sich umdrehte

Zur anderen Eiche?

Bist du nicht

Ausgestreckt nach einem Licht

Im Zwielicht unter all meinen Stimmen

Unter all meinen Unterseiten?

Verwechselst du nicht

Den Herbst mit dem Frühling

Den Wackerstein mit dem Bach?

Unsere Tage nehmen ab und unsere Tränen.

Sei still. 

Mien Licht ist finster

Ich weiss

Mein Licht ist heiss — 

Meine Liebe aber ist mehr…

Eine blendende Salzwüste. 

Kein Baum nirgends. 

Steinstümpfe bestenfalls & Fossilien.

Komm und stille nicht

Deinen Durst:

Ewig soll er sein und brennend.

Dann wird meine Hand

Dein hartes heisses Herz

Kühlen im Abend… und während dir

Anders wird werde ich dich

Aufzehren wie eine

Letzte zähe Lache

In der Steppe meiner Stimmen.