Raststätten

Raststätten entlang der Liebe:

Niemand kontrolliert sie

Weder Rotes Kreuz noch Europarat wissen davon —

Erfüllt vom Gebrüll derer

Denen man das letzte Rückgrat genommen hat

Geleert vom Geplärr jener

Die ihre Ausbeutung noch für Seligkeit halten —

Die Sporenglocken überm Sägemehl

Die Spucknäpfe bei der Theke

Und ein feines Männchen verlangt nach einem Mundspüler… 

Soweit sind wir noch nicht!

Kreischt die barfüssige Marketenderin.

Die Visagen voll von dem Blust

Einer Gewesenheit und einer Duldsamkeit

Wenden sich dem Eintretenden wie Glasscherben zu.

Wie viel Grobheit!

Wie viel Ehrlichkeit!

Ein Krüppel schwingt sich durch den Raum

Und singt das Lied von der ersten Liebe

Die alle hier nicht länger mehr kratzt.

Hier hat jeder einen Bart

Und jede eine Glatze.

Das ist ein Territorium 

Von den Gerechten und den Rechtmässigen

Und jenen die sanitarisch denken

Gemieden und von denen 

Die ihre Frauen und Männer rein halten von dem 

Was sie ruft — 

Es ihnen ersparen

Mit Händchen halten und Bisschen verwalten. 

Raststätten am Rand der Liebe:

Niemand erstellt Berichte und Protokolle

Erteilt Empfehlungen und notiert Verfehlungen

Und die Barfrau flüstert

Mit ihrem Busen die Theke bestreichend

Kannst dir den Gutnachtkuss

In den Arsch stecken Bube!