Medea

Du bist schuld!

Ich habe dich zu spät

Erkannt. Jetzt aber…!

Du bist die Schuld!

Dein Gesicht ist ein Geranientopf

Deine Gedanken sind getäfelt und käsig. 

Ich werde es mir nie verzeihen

Nie! Du bist aus Kleister!

Deine Taten

Die alle besingen

Stehen auf tönernen Füssen!

Du bist eine gottverdammte Vase:

Leer! Doch riecht man noch

Den Inhalt: Kernobst.

In allem — in allem!

Habe ich dich getragen

Ertragen deine ewigen Klagen

Und ohne Fragen

Getan für dich 

Als anderes Ich — 

Wie eine belebte Strohpuppe!

Als könnte mir nichts

Etwas anhaben:

Aus der Nacktheit

Aus der Ehrlichkeit 

Meiner südlichen Berge 

Komme ich bis hier — 

Meine Küsse waren Sekt für dich

Süss & schnell verflogen — 

Hierher komme ich 

Als Beiboot deines willkürlichen

Deines ruderlosen

Deines lotsenlosen Lebens — 

Beladen mit den Buben

Mit ihren Pfingstrosenschöpfen!

Oh ich hasse dich!

Alles zerstörst du!

Alles hast du zerstört!

Unverständig und gutwillig!

Guten Willens

Weil unverständig!

Und wieder willst du

Woanders hin —

Weshalb? Weshalb?

Wohin verschlägt es dich denn jetzt

Du feiger Hund? Bin ich nicht gut genug

Um die Schuld

Für dich zu sein

Den Grund für deinen Mangel?

Die Galeonsfigur deines noch immer wohlgeformten Arsches?

Das Klageweib deiner unwillkürlichen unentwegten Lügen

Die mich auf Wege führten 

Die ich nicht kannte

Die mich einlullten wie ein Kind

Die mich umschlangen wie eine Schlange?

Ich habe genug.

Ich sage es allen.

Du bist die Schuld. 

Du allein hast sie 

Geschaffen!