Die Lüge vom Weg

Nicht parat für den Weg —

Umgekehrt: Hast du den Weg

Bereitet für dich?


Die Kunigunden deines Lebens

Umstreifen dich mit ihren salzigen Lippen —

Die Blusen deiner Mutter rascheln

In den Kammern deines Geistes — 


Du kannst dich nicht fassen

Du kannst dich nicht lassen —


Ein bisschen Münchhausen und

Ein bisschen Hase der zu spät dran ist.


Man wird dir gesagt haben

Du musst deinen Weg gehen —

Man wird dich gebeten haben

Du sollest nur auf dich hören — 


Aber bei Gott: das geht nicht.

Da drin ist nichts


Das Rascheln der Blusen — ja

Der klatschende Kuss der Kunigunde — ja


Und keiner der Kiesel ist

Ganz dir — hergerollt

Woher?


Dein Bett ist dein Beet

Gesättigt vom Angstschweiss 

Gestärkt von Ergüssen 

Erlegen der Abwesenheit

Verfärbt vom Fieber

Ödland des Schlafs und nichts wächst

Alles wacht. 


Lohnt denn das

Aufstehen?

Der Stein auf deiner Brust

Wer wälzt ihn weg?

Die tödliche Krankheit:

Fessel oder Befreiung?


Manchmal stört ein einziger Krümel

(Brot-Samen)

Vom Sonntagsfrühstück

Tief zwischen den gelben Leintüchern

Ganze Wochen an Schlaf.

Der Rücken fühlt sich 

Als liege er im Kiesbett

Eines südlichen Baches.


Hebe den Kopf aus dem Rascheln und

Aus dem am Ohrläppchen zupfenden Küssen —

Ist das da 

Nicht dein Weg?


Lächle nicht so

Schelmisch: 

Willst du mir etwa sagen

Du habest ihn

Vorbereitet & vorenthalten?