Warten auf Aufflug

Unter meiner Zunge haust ein Ameisenhaufen.

Meine Gedanken flippern — flippen.

Unter meinen Nägeln rasen die Sekunden

Rasen wie kreischende Kreiden. 

Unter unter unter. 

Gibt es denn kein Halten mehr?

Gibt es nur noch diesen Stoff

Der immer spröder wird

Vom andauernden Befingern?

Die Stimmen der Menschen — 

Gabelstapler des Nichts.

Meine eigene Seele eine leere Palette.

Und in meinem Herzen

So sagt man doch nicht wahr?

Dort rauft sich Iwanuschka die Haare!

Meine Seele ist ganz dünn

Vom andauernden Vergewissern.

Es geht gar nicht um Kommunikation

Meine Lieben macht euch doch nichts vor!

Das ist doch alles rein geschäftlich

Und nehmt es doch nicht so persönlich!

Selbst die Sirene eines Buschis im Feierabendzug

Ist nichts mehr als Marketing!

Und unter meiner Zunge wartet

Eine Brustwarze 

Gross wie eine Haubitze!

Für Momente gleiche ich mir selbst

Für Momente glaube ich daran

Dass ich nur die Arme spreiten könnte

Um aufzufliegen wie ein Komplott!

Jemand schlägt mir seinen Rucksack ins Gesicht

Und eine junge Frau steht mir auf den Zeh wie beim Tanz.

In mir wimmelt es nur so von Federn

Ich kann das Lachen kaum mehr zurückhalten. 

Kelter der Hektik und Keller der Oberfläche. 

Und alle turnen mit Kothurnen auf mir herum!

Oh bräche das Eis! Ist denn nicht schon April?

Aber nein. Sie kratzen weiter

Wie Vögel am Salzstein. 

Schneiden Figuren aus mir

Als malten sie Mandalas aus.