Gerasa

Er sagte: Alles

Ist so friedlich

Hier: der grüne

Zinken des Sees

Die Wölbung der Dünen

Wie der Ring der Arena

Die roten Föhren

Auf den Dünen

Wie Gitter für Hyänen…

Aber es ist Zornwein

Aber es ist Feindesspreu

Aber es ist Sodoms Schamhaar

Ich erkenne es!

Das tue ich!

Die Ruhe ist übel!

Der Friede ist übel!

Die Freude ist übel!

Ich höre das Donnern der Streitwagen!


Ich sagte: Du Narr!

Worauf denn

Harrst du!

Etwa darauf

Dass das Hymen der Morgenmilch an

Deinem

Gaumen klebte?

Etwa darauf

Dass die Fesseln der Fakten an

Deinen 

Gelenken klirrten?


Er sagte: Du quälst mich

Nicht! Ich fürchte auch den zweiten Tod

Nicht! Die Götter sollen mir

Das und das tun wenn ich nicht

Zweitausendfach

Diese Eierkuchen wie Kotze

Zurück in euer Gesicht drücke!

Die Fakten zerreisse ich 

Diese Fesseln sind aller Fesseln und

Die Pikten die mich banden

Haben sich und nicht mich

Gebunden. Ich bin frei.

Der Abhang der Dünen ist mein!

Das Rinnen des Sands ist mein!

Das Kippen der Stämme ist mein!

Was für ein Theater!

Die Steine die ich werfe

Auf mich und auf euch

Sind vom Fleisch meines Herzens. 

Ihr sprengt auseinander 

Wie Eitelkeit die auf 

Hoffahrt trifft!

Schaut das Wasser an — 

Könntet ihr darauf gehen?


Ich sagte: Du Dichter!

Wirf dich nur 

Unter die Sauen!

Und schau mich nicht so an 

Mit deinen Geissenaugen!

Es gibt nichts was dich finge

Und doch erkennt dich jeder

 An dem Stein

Den du Herz nennst

An der Zunge 

Die du Kies nennst. 

Deine Träume sind

Ejakulationen der Enge!


Er sagte: Worauf du

Einen lassen kannst!

Je enger man mir die Hoden abschnürt

Umso schneller springen die Rösser

Vor der Merkabah und umso höher

Schlägt das Feuer zwischen uns.

Ich schwinge meinen Blick wie

Sardanapal

Über die Scherbe des Sees 

Über die Kräuter-Arena

Über die bleichen Wurzeln

Und erkenne es!

Das tue ich!

Ich presse meine Lenden 

An die Ratlosigkeit der Einsamen 

An die Backen der Gleichmütigen

An die Erfahrenheit der Rabbis

An die Hörner der Betrogenen. 

Ich bebe vor Ehrfurcht wenn ich

Sehe wie sie mit offenen Kleidern

Eilen mich zu binden und die Schafe

Über die Dünen hüpfen 

Vor dem Gebell der Hunde her

Wie Zeitungsfetzen und Plastetüten und Noten

Vor dem Säuseln des Windes her

Und sich in den Dornen fangen 

An denen ich meinen Samen abgestreift habe. 


Ich sagte: Du 

Mit deiner teutonischen

Wut! Komme her!

Du wirst dein Herz

Hinter dich werfen

Wie einen Stein aus Glas!

Beiss mich nur!

Meine Arme sind

Bessere Ketten und mein Mund

Der bessere Knebel!