Vakuum VI

Ich-der-Astronaut

Geschützt in seiner

Aura-Atmosphäre

Nähere mich nicht

Der Aussätzigen

In ihrer knöchellangen gelben Pelerine

In ihren Militärstiefeln

Die hinter sich herzieht

Ihren zweirädrigen Einkaufswagen

Und mir bis zur Brust reicht. 

Ich nähere mich nicht.

 

Mein Einsatz dauert an.

Ich werde ihn nicht verspielen.

 

Die Züge der Menschen 

Erfüllt wie ein sturmgeschwollener Strom

Kuhfladenbreit

Mit Schubladenkinnladen

Stehen mir bis zum Hals.

Ich sehe ihre wutlos-weisse Lippen

Bewegen wie Messingscharniere.

 

Ich trete nicht ein.

Nein das tue ich nicht. 

 

Ich-der-Infektiologe

Unter-Gummi

Beruhige meine Atmung.

Ich erinnere mich nicht mehr

An das Zischen der Schleusen.

Die Ohren schmerzen.

Und der Himmel stürzt mir entgegen. 

Hier flappen die transparenten Türen bereits in Streifen

Wie Algen in mein Gesicht. 

Der Streuselmutterkuchen zerbröselt unter den Nägeln

Die abgeschabte Haut flockt in den seltenen Vers der Freude

Das Elixir der Scham gluckert im weit verzweigten Röhrensystem

Der Destillationsapparatur

Und die Beschlagenheit der Silben kristallisiert sich in den Fieberkurven aus Grossomodo und Quasimodo

Und ich sehen mich so sehr nach 

 

Mary — wo bist du — Mary!

 

Meine Narben sind die Kiemen meiner Sehnsüchte nach Entwindung

Und die Nähte verwachsen über den umgedrehten Gelenke. 

In dieser Provinz kann man sich nur noch betrinken

Vor dem Kauplus schwanken und den Wetterbericht auf diplomatische Frequenz- und kolchosrestliche Atmosphärenschwankungen abhören:

 

Wir alle sind Waldbrüder! 

Waren es…

 

Ich-der-Gallige

Nuckele an der Brust der Eigenliebe

Stille die Furcht

Mit dem Schall der Unbedenklichkeit ihrer Höflichkeit

Und die alte Damen mit dem Helm-Haar und den Mühlstein-Augen versteht nicht

Das Mahlen meiner Kiefer noch 

Den Öl-Sirup meiner Antworten.

Der Hass zerfällt in seine Genome 

Die mich in der Kehle kitzeln.

 

Ich würge an der kurzfristigen Kost der Menschlichkeit.

 

Ich-die-Wiederaufbereitungsanlage 

Jurassischer Instinkte

Verschüttet unter den Verschickungen des Intellekts 

Überfaltet vom Kalkgestein der Liebeswürdigkeit

Von Gräten und Knorpeln lyrischer Beharrlichkeit

 

Ich-der-Steher

Mit dem Traum vom Seher…

 

Ich-der-Kellner

Unter meinem Schlips und meinen gants-gallants

Schnecken-Wickeln 

Öffne meinen Schritt 

Wo mein Feuer-Zeug

Funken-springend

Klickt und lösche eure Kandelaber an

Unterm Schemel der Zivilisation — 

Die Druckwelle stösst mich durch die Drehtüre 

Manschettenlos und ohne Zweifel noch Phantasie

In den Tümpel des Tempels 

Wo ich im grünlauen Wasser treibe

Und in meinem Mund eine Libelle wächst…

 

Als ich die Augen öffne

Häutet der georgische Wein

Die Kröten in meinem Hals.

 

In aller Deutlichkeit 

Erkenne ich den Mann mit dem Schnurrbart

Der mich anlächelt mit seiner Zuvorkommenheit

Mit seinen märchengrünen Zähnen und sich bückt

Um in einer seiner roten Taschen

Nach einem Plastikmythos zu wühlen

Mit dem er verkleiden könnte

Die Mitteilung vom Wetter

Die Botschaften des Gesunden Menschenverstandes

Die Bekömmlichkeit des Dialekts. 

 

Irgendein Halli-Galli wird mich schon noch einfallen

Bevor sie den ersten Schritt hinter den 101. Kilometer getan haben

Und aus dem Weichbild ihrer Dorfstädte hinausgetreten sind 

In den Permafrost

Vor die Palisaden

Meines Garnknäuel-Biotops.

 

Bis der Anblick deiner Gestalt

Den Harm auflöst

Den ich mir angetan habe und antue

Wie den Helm eines Omon-Mannes
In Lächeln und Charme.