Aus: Wirrwarr-Poem

Heute gegen zwei Uhr morgens hatte ich einen Traum, von dem ich aufgewacht bin.

Einer dieser Träume, von denen wir ahnen, dass sie unser Wesen, unser Eigenstes erfassen und ausdrücken.

Ein Traum voller brutaler Sexualität oder sexueller Brutalität,

Ich könnte nicht sagen, was darin brutaler war als die Sexualität oder sexueller als die Brutalität.

Im Zimmer war es dunkel, ich war schweissüberströmt und

Bekreuzigte mich, wie ich das nach solchen Träumen immer tue, betete ein Vaterunser,

Ohne Ruhe finden zu können. 

Mein Glied schmerzte vor Steifheit.

Alles, was ich denken konnte, 

War geschlechtlich,

Schwellend-weich und

Schrecklich rosa. 

Ich versuchte, mich mit nochmaligem Beten zu beruhigen. 

Ohne Erfolg.

Kein Spritzer des Traums war mehr übrig. 

Ich wusste, ich hatte etwas Fürchterliches getan. 

Nicht geträumt, getan. 

In dieser Nacht demütigte mich mein Glied, es definierte mich.

Ich gleich es. 

Ich befriedigte mich selbst. 

Dann konnte ich wenigstens einschlafen, aber mein Ständer war noch drei Stunden später noch nicht erschlafft, als ich erneut erwachte. 

Was nur kann ich geträumt haben?

Hatte ich meine Tochter vergewaltigt?

Hatte mich ein ausserirdisches Wesen geschändet?

Hatte mich meine erste Liebe erstmals überhaupt geküsst?

Hatte ich mit meiner besten Freundin geschlafen?

War ich endlich zu der Frau geworden, von der ich träume?

Weiss der Geier.

Doch muss ich davon erzählen

Erneut eine Zitrone auspressen

Die schon andere gedrückt haben und wie sie
Auf ihre desinfizierende Wirkung hoffen…