Das Gerede von der Tiefe der Poesie

 

All das Gerede von der Tiefe der Poesie im Gegensatz zur seichten Prosa, von ihrer Bildlichkeit, die überhöht, von ihrer Kompaktheit, ja kristallinen oder diamantenen Natur, die unser Bewusstsein ritzt, trifft nicht den Kern der Sache: Poesie entspringt aus Betrachtung, Prosa aus der Wiedergabe: Prosa ist Mitteilung, Poesie ist Hineinnahme. In dieser Hineinnahme behält das Bild, das Ding, was in der Beobachtung eindringt in Geit und Gedicht, seine Wirklichkeit, sein reales Wesen und Dasein: bedeutet und ist. In der Prosa ist es, statt zu bedeuten, ein Teilstück, ein Rädchen, ein Werkzeug, das antreibt, und kann erst im Rahmen der Erzählung zu einer Bedeutung finden, die aber gänzlich fiktionaler bleiben wird.