Scheidung II

… Il faut cultiver notre jardin…

 

Es gibt nichts anderes

Es gibt nur das Wandern

Der Zustände. Die Enden

Wenden sich gegen uns

Legen die Fäden bunt

Um unsere Schultern

Stirnen und Sinnen.

Es gibt keine Räder:

Es gibt die Ränder.

An ihnen die Kräuter

Mit ihren Samenkapseln…

Alles fällt und wendet sich —

Alles andere

Gewandtere und Gewandetere

Wird sich erweisen als

Labyrinthen-weglos

Verhindert-reglos.

 

Die Wiesen leben

Bewiesen neben

All diesen Reben!

 

Es gibt keine andere

Kultur deren Kontur

Grenze ist und Mitte.

Du bist ein Komtur

(Vulture of culture)

Gehoben aus Gründen

Deren erworbenes Leid

Gewoben aus Bestand statt Bedarf —

Und in dem Rinnen

Von oben herab und in die Hand

Wie das rollende Kies im Strand

Deines Mundes und Grundes

Liegt kein Bäschele und Häschele —

Es gibt nur das Kippen hinüber

In neue Gruben: extrem tot

Extrem lebendig — und dann

Der kreisende Fall des Blatts

Ganz anders als das Ausdrehen der Münze

Als gäbe es nur dieses

Hinauf im Aufwind des Rabatts

Im Aufwind des erdschweren Rabatts…

 

Auf der einen Seite des Zauns ist

Ordnung

Auf der anderen Seite des Zauns

Nicht.

 

Du schulterst einen Zaun

Und hackst rechts und links

Du faltest einen Raum

Damit du nicht versinkst —

 

Es gibt nichts anderes

Es gibt nur das Sprengen

Der Umstände. Die Engen

Drängen uns entgegen

Als könnten sie erheben

Ihre flachen Brüste wie Flügel

In dem Wind unserer Ordnung —

Und Fäden des Regens

Ziehen an unseren Schultern

Füllen den Kelch unserer Stirnen

Streifen den Humus von der Sinnenglatze —

 

Ja — du: verwischende Gischt!

Im Auftrieb wirst du

Schuppen-mannigfaltig —

Gott in vielen Stufen

Ein Gehänge von Rufen…

Doch nichts hält auf

Die Entwertung der Traube im Wein

Des Glaubens im Keim —

 

Umschlinge nur deine Schlingen

Umzäune nur deine Zäune

Umkreise nur deine Weisen!

 

Erst wenn der Garten einer Rippe gleicht

Die ausgebleicht ihren Brustkorb

Ins Azur klafft und klaut —

 

Die Wiesen grünen

Bühnen der Kyniker:

Die nichts verdienen…

 

Es gibt keine Mahnung

In den Minen der Ahnung

Und des Blattes:

Die Tat ist Grenze

Berührt im Schwänzeln

Die Mitte. Die Ritte

Auf den ungesagten Ästen

Gestatten einen Aufflug

Über die Schippe der Zäune

Hinüber zum Schäumen der Bäume

Hinüber zum Schimmern der Scherben

Oben auf den Mauern. In den Schluchten sterben

Die Helden. In Bälde

Zähmest du Havarien

Marisken und Leistenbrüche

Beben und Geben. Die Streben

Der Gruben rächen sich an der Last

Mit Nachgeben: all die Knoten

Aus verschobenem Leid

Aus gehobenem Neid

Aus erhobenem Schneid

Aus zerstobenem Gebein…

 

Erst wenn der Garten einer Rippe gleicht

Die ausgebleicht ihren Brustkorb

Ins Azur klafft und klaut

Wird die eine Seite des Zauns

Die andere Seite des Zauns

Annehmen: erst wenn

Alle Wege

Freigesprengt sind

In verknoteter Ausstielung

Von den Wurzeln des Unkrauts

Von den Tropfen gebläht wie Segel

Während das füchsische Schwenken

Ihres Blütenstandes

Die nahen Weiten

Stempeln. Hochkrempeln

Hochkrempeln die Vorhänge

Die nicht zu beweisen…