Apologie der Xanthippe

Der Mann arbeitet nichts heisst

Er verdient nichts während ich

Kind um Kind rauszerre

Aus fremden Frauen.

Sein Geschwätz hilft jenen

Die nicht denken — 

Allen. Mir nicht. Ich

Ziehe Gören gross

An deren Rauszerrung ich nicht beteiligt war

Wasche seine ständig verschmutzten und in Unachtsamkeit an den Marktständen zerrissenen Umhänge

Und ziehe nächtens

Im Schatten seines Schnarchens

Neue Unfrager heraus

Aus den fruchtbaren Frauen

Deren Männer von ihm

Denken geheissen werden.

Dächten sie

Was würde aus ihm?

Was würde aus mir?

Da sie aber nicht 

Denken sondern nur ergiessen

Kann ich ihn ernähren —

Froh um seine Unwirksamkeit

Die fast Nutzlosigkeit zu heissen ist.

Er denkt und ich dulde —

Wie lange schon

Wie lange noch

Dulde ich sein Denken

Wäre es nicht an der Zeit

Ihn seines Denkens zu entheben

Mich meines Zürnens und Schreiens

Damit er lerne

Dass die Leute nicht denken

Weil sie arbeiten und arbeiten

Um nicht denken zu müssen

Und wiederum

Arbeiten heisst Geld verdienen

Für Versicherungen Häuser Kinder Kleider Ferien und Schminke —

Und die eine oder andere Komödie

Die sie noch besser ablenkt vom Denken

Und zur Prokreation anregt

Die ihn letztlich ernährt.

Ich bin die erste Stoikerin

Das sollte ab sofort jeder wissen —

Ich erdulde ein Denken

Das nichts anderes verdient als
Den Schierlingsbecher.