Gedanken zur Literaturförderung, zu Qualität und Erkenntnis in und durch die Kunst

Kunst ist elitär oder - Unterhaltung. Qualität hat mit Veränderung zu tun. Ohne Veränderung - Stasis. Unterhaltung ist Stasis.

Erkenntnis beginnt im Fremden. Das Fremde ist immer eine Transformation - Grenzübertritt. Das Eigene liegt dort, dahinter - nicht hier… Das Eigentliche wird erst im Uneigentlichen sichtbar. Das Uneigentliche hat mit Qualität zu tun.

Die Konvention ist keine Grenze, sie ist ein Stacheldraht-Verhau (nach innen gebogen), der sich in Nebel und Wald hinein erstreckt. Die meisten halten sich innerhalb dieses Geländes auf. Einige halten es nur am Verhau selbst aus, ihre Hände bleiben blutig. Eine Handvoll allein schafft es hinüber, von diesen wieder bleiben jenseits zwei drei am Leben; die andern verenden an ihren aufgerissenen Leibern. Ich möchte nicht innen sterben; wenigstens mit blutigen Händen möchte ich sterben.

Lassen wir die Bilder…

Die Sprache ist nicht nur zum Gebrauch gemacht, das Reden ist nicht nur Konsum.

Ist Verständlichkeit ein Kriterium von Qualität? Bewirkt Verständlichkeit Erkenntnis?

Wer mit Sprache zu tun hat, hütet sich vor Qualitätskriterien. Er wird kritisieren, verurteilen, ja verdammen - aber sein Wort stammt immer aus seinem eigenen Verständnis; dieses aber wird nie ein Qualitätskriterium sein können. Könnten Sie offen vor allen Leuten und vor ihm selbst ein Gedicht oder einen Text ihres besten Freundes verurteilen oder verdammen? (Eben…)

Kunst ist dann Unterhaltung, wenn sie konsensuell ist. Spaltet, ärgert oder beunruhigt sie nicht, bewirkt sie nichts. (Achtung: hier spricht niemand von der Änderung der Welt, hier geht es um andere Zustände, fallende Äpfel…)

„Die innerste Botschaft des Zeichens ist: Du musst Dich ändern.“ (Paul La Cour)

Ich glaube nicht der einzige zu sein, der schlecht vom Literaturbetrieb redet, weil er nicht in ihm (angekommen) ist, und der die von diesem vorgeschobenen Qualitätskriterien als Bewertungsmassstäbe nicht verstehen kann, weil es sich hier nicht um Kriterien handelt, sondern um Kumpanei.

(Seit Urzeiten waschen sie sich gegenseitig die Hände, die doch nicht sauberer werden. Sauberkeit wenigstens wäre ein Kriterium, das jede Putzfrau verstünde.)