Ein altes, romantisches Sonett (2007)

Sturmnacht

 

Ich liege wach im Sturm, in den toten Stunden,

Die zwischen Nacht und Tag sich so lange dehnen...

Das Haus ist wie ein Schiff, und die Balken stöhnen...

Ich wälz mich ruhelos; wie schnell verschwunden

 

Ist diese sichre Welt in der langen Nacht!

Gedanken gurren schwach wie im Taubenschlag,

Und schwer und federgleich auf der Brust ich trag

Die Hand der Frau als Pfand... Bin erneut erwacht...

 

Ein Fensterladen schlägt; in den langen Pausen

Erwart ich seinen Schlag... In dem Kopfe hausen

Gesicht und Stimme rein, o du erste Liebe!

 

Und unverfälscht von Zeit und Traumes Flausen

Erstehst du unterm Lid – da erfasst mich Grausen...

Ach, endlos währt die Nacht, die den Schlaf vertrieben...

 

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