Einige lieben Gedichte

I

 

Im Wüsten Schönes lieben:

Die meisten wollen unterhalten

Werden und nicht betrachten

Die wüsten Halden. Triebe

Des Schönen erst entfalten

Sich im Verfall und sachten

Getrotz. Die vielen Hiebe

Der meisten rollen ungestaltet

Ab in den Grund für Schlachten.

Wenn Lüste stets nur blieben

Auf Zungen! Würdet ihr das achten?

 

Was schön verwüstet Triebe

Des Guten. Sollen munter halten

Etwa die Volkstums-Trachten?

 

II

 

Einige lieben Gedichte.

Andere lieben schweigend anderes.

Unaussprechlich ist das andere nicht

Und kann benannt werden. Es ist

Unmittelbar und jetzt vorhanden.

Das Staunen darüber fällt nicht schwer.

Die Gedichte lieben lieben

Was unaussprechlich ist

Mehr als das andere

Staunenswert Einsichtige und Benannte.

Sind hinter dem Spiegel suchende Kinder. 

In dem Staub dahinter oder

Der blassen Wand dahinter

Finden sie lichtscheue hässliche Lebewesen und

Lebensweisen und auch die wenigen Körner

Des über das Unaussprechlichen Sagbaren. 

Mögen sie nie aufgeben!

Mögen sie sich vermehren!

Für jene

Die was ist annehmen

Weil darüber was wäre

Nur geschwiegen werden kann. 

 

III

 

Ich gebe euch nicht was ihr wollt.

Das kennt ihr doch schon und verlangt es wieder.

Ich sehe so vieles verzollt

Das ohne Berechtigung. So verschieden

Ists nicht was ich lieb’ und wird doch gemieden.

 

Und sei es auch so! Was mir rollt

Durchs Hirn und auf Zunge ist wüst und nieder.

Ich sehe es niemals entrollt

In Fahnen und Schildern und Liebesliedern

Für Feste und Handgriffe unters Mieder.

 

Das Schöne als solches gewollt

Auf dass das Getrennte getrennt ist wieder!

Das Heitere werde geholt

Auf dass es die Trauer erneut vetriebe!

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