Das erste Gedicht in meinem Körperzyklus

„The fabric of surprise“ Keziah Jones

 

Ich bin eine Fabrik.

Eine Fabrik kleidet sich nicht

Eine Fabrik ist nackt.

Eine Fabrik ist nicht schön

Eine Fabrik ist nützlich.

Eine Fabrik beherbergt niemand

Eine Fabrik ist ein Fernrohr:

Ein Blasrohr.

 

Und fragt nicht 

Nach meinem verzerrten Gesicht

Und meinen zuckenden Gliedern

Und meiner gelähmten Zunge!

 

Meine Zunge ist zerbissen vom Zähenknirschen

Meine Glieder sind zerrissen vom Rhythmus

Mein Gesicht ist zerfetzt von Zergliederung!

 

Ich bin ein Täter.

Ein Täter weidet sich nicht

Ein Täter der hackt.

Ein Täter ist verpönt

Ein Täter entschürzt sich.

Ein Täter der erträgt niemand

Ein Täter ist ein Scheitstock

Ein Kastor.

 

Und fragt nicht

Nach meinem strahlenden Schwanz

Und meinen brechenden Augen

Und meinen stehenden Stümpfen!

 

Meine Stümpfe sind ungestählt im Sollen

Meine Augen sind ausgeprägt vom Dotter

Mein Schwanz ist ausgehängt zum Trocknen.

 

Ich bin ein Wechselstrom.

Ein Wechselstrom gleicht sich nicht.

Eine Spannung zum Infarkt.

Ein Wechselstrom ist nicht schön

Ein Wechselstrom ist kitzlig.

Ein Wechselstrom ist ein roher Chor

Ein Stoffwechsel.

 

Und fragt nicht 

Nach meiner gebrannten Hündin

Und meinen gesandten Schimpansen

Und meinen weltall’nen Samen!

 

Meine Samen wurden abgeworfen über Japan

Meine Schimpansen wurden geboren in Kamerun

Meine Hündin wurde geworfen in Mokaus Gosse.

 

Ich brauche als Lohn nur

Apfel und Orange

Opfer und Arena

Stoffe und Transporte.

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