Elegie (Natasha Tretheway)

Der Fluss muss jetzt so denke ich voll

Vom Lachs sein. Spätaugust stell ich mir vor –

 

Wie’s war an jenem Morgen: Niesel stach

Die Fläche, über Bänken Nebel wie ein Netz

 

Er legte sich um uns – alles feucht

Und leuchtend. Damals, ungeschickt

 

Und schwer in unsern Hüftstiefeln wateten

Hinaus im Strom wir und fanden Plätze

 

Flussaufwärts du um Ellen, weit

Da draussen. Erinnerst dich noch dran:

 

Der Fluss floss dir in die Stiefel –

Du wurdest schwer von Niederlage.

 

Den ganzen Tag schaut ich um zu dir, wie

Du erst den Wurf des Führers äfftest

 

Dann die Leine unsichtbar warfst und schnittest

Den Himmel zwischen uns; und später

 

Versuchtest wieder und wieder einen

Perfekten Bogen zu finden, Insektenflug

 

Der Fläche des Flusses entlang. Vielleicht

Weißt du noch wie ich auswarf und einholte

 

Zwei kleine Forellen – unbrauchbar.

Und weil ich sie schwimmen ließ, bekenn ich

 

Denk ich zurück an damals, ans Lösen

Der Haken und an die zappelnden Fische

 

In meinen Händen, jeder schlüpfte weg

Bevor ich losliess. Ich kann dir jetzt sagen

 

Dass ich alles wahrnehmen wollte, speichern

Für eine Elegie die cih eines Tages schriebe

 

Wenn die Zeit dafür reif. Deine Tochter

War so gnadenlos. Doch ändert es etwas

 

Wenn ich sage, ich lernte so sein? Du warfst

Weiter deine Leine und kam zurück sie

 

Nicht leer, war sie mit meiner verwirrt. In Nächten

Im Traum, steig ich erneut in jenes kleine Boot

 

Das uns hinausfuhr und sehe das Ufer schwinden –

Mit meinem Rücken unserm Ziel zugewandt. 

 

Original und Besprechung durch die Autorin selbst unter dem folgenden Link!

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