358. Tagesgedicht: Sargassosee

Auch ich bin ein 

Bewohner der Sargassosee!

 

Ich fotografiere nicht

Nie: festhalten heisst verbannen.

 

Ich aber bin ein Fliessendes

Ein im Treibenden treibend Bleibendes.

 

Der Muskulus vitiosus ohne den

Mitteilungen unmöglich fehlt mir!

 

Ich kreise lange im Uhrzeigersinn.

Die Kelpzungen lappen.

 

Zum Teufel mit dem Individuellen!

Millionenschwärme - Touristen.

 

Niemand kennt unsere Wege.

Niemand ausser des schwerer werdenden Wassers.

 

Auch ich bin 

Zitronengeruch des Frauenschweisses.

 

Ein Schwanzgewedel

Das getrieben von der Liebe zur Welle.

 

Ich schreibe nicht obwohl

Von der Form einer Zunge.

 

Die Namen bewandert.

Die Bewandtnisse in Teilen aufgereiht.

 

In den Falten der Wellen metaphysisch

Wachsen uns die Drüsen.

 

Nein ich brauche wie schmal ich auch bin

Und wenn auch viele keine Ermunterungen.

 

Der Zündstoff im Individuellen getränkt oder

Erschwommen ist für mich kein Grund für Pflicht.

 

Und wäre ich Astronaut gefesselt

In den Kessel oder Wein in Fässern - 

 

Niemand in Weiten: niemand

Könnte verschliessen die Zornestore.

 

Genauso wenig wie meine Ohren

Offen sind im Hoffen

 

Um erwartbare und nicht nur mögliche

Geschehnisse deren Laich

 

In der Blüte des Grases

Aufgeht wie die Augen der Vögel

 

Der zucken-erfüllte Dotter

Eines Gottes in der Stagnation der Erfahrung - 

 

Auch ich bin ein 

Bewohner der Sargassosee.

 

Ich schwimme immer mit dem Strom und zurück

Und in den Kiemen Bläschen-Femen.

 

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