354. Tagesgedicht: Wachfall

Die Wache fällt 

In den Schoss der Freiheit.

Die Arbeit spriesst

Im Bäumen der Möglichkeiten.

In den Namen fällt

Der Funke in den Gaden der Versicherung.

In der Entrüstung dreht sich

Die Blütenzunge nach dem Unerhörten.

In der Frucht des Rumors:

Sukkulentengärten der Mutlosigkeit - 

Säuglinge des Mitgefühls - 

Nummernschilder der Güte:

Lasst die Schinder nicht

In den Winden der Geschichte zurück.

Auch ich baumele

Baumele von der Sprosse des Präsens.

Die Räume hellen

In den lendenden Lagen auf.

Nun ist es Zeit

Die Opfer mit der Schuld zu konfrontieren

Die Täter mit der Vergebung - 

Am Ende der neunten Stunde

Die im dringenden Rat der Kunde und der Klammheit

In den Gumpen der Unzahl

Ausgeleert wird

Wie eine Ohrfeige. 

 

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