348. Tagesgedicht: ein guter Morgen

Unrasiert und in zu weiten

Trainingshosen in der kalten Frische

Blinzeln im Rücken die blauen Müllsäcke

Deren Geruch dem eigenen gleicht

Trotz der Frische des Morgens.

Aus der Sonne auf die andere Strassenseite wechseln

Dort blinzelnd vom Rauch

Stehen und den ersten Husten ausspucken

Mit einem instinktiven Fluch

Der in die stille  Strasse fährt

Bevor sich in der holzigen Kehle 

Schmirgelnd erste Gedanken bilden

Die wiederum auf

Lebensbejahende Flüche 

Zu reduzieren sind.

An den blossen Füssen

(Den baren Füssen denkt er)

In den Tongs die Kälte

Von Beton und Wind. 

Bevor er am Ort zu treten beginnt

Öffnet sich drüben Laden und Fenster

Und eine Frau lehnt sich hustend daraus

Und erinnert ihn daran dass er

Der sich grade mit gelben Fingern das Haar aus der Stirne streicht

Wohin zu gehören scheint

Er der im Schatten steht

Ins Licht gehört.

 

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