327. Tagesgedicht: Namen

Die Namen halten nichts fest.

Die Namen formen eine Ordnung

Die von keiner Dauer ist

Spuren hinterlässt und Ansätze

Einer Verästelung oder Verwurzelung

Immer währende erste Notionen

Anhaltende Ahnungen

Zuwartende Zustände - 

Die Namen erwarten

Dass wir sie entern. Die Namen

Wollen mitgenommen werden. 

Das geschieht. Es geschieht

In einer Spiralform deren Windungen

Wie ein leuchtender Moospelz unser Verständnis bedecken:

Unerwartete Namen

Die für Pflanzen stehen

Die allegorisch ein Versprechen abgeben

In ihrer Form die vielleicht nur

Stoff für Zierat in Gedichten und Gärten

Ein Versprechen formen in ihrer Gestalt

Deren Art und Weise man sich zu merken glaubt

Wie eine Lippenrede über den Tisch hinweg

(Im Getümmel der Konversation)

Von einer Stiegenfolge

Die zu einem höheren Verständnis 

Zu einem tiefer gefühlten Geheimnis 

Führten als die gewöhnliche Lektüre der Natur

Uns erhöbe über die Niederungen der Vulgärsprache. 

 

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