Geschichte der Welt II

Das Gaumensegel der Zeit flatterte über den Werken

Die im Gischt gerollt, bevor noch die Zahl geschnellt,

Beschuppt und proper, vom Glanz des Äthers,

Folgend der Bewegung, die Schatten-Begegnung

Der Laute, die Steine klicken, die Haine nicken,

Fliegen hegen den Unrat, der dem Stillstand erlag.

Pfade wippen. Am Gestade tollen die Ratten.

 

Der Wille eine Spur, die springt, die Ahle der Zeit bohrt schon

Im Sand der Aufmerksamkeit, aus den Dornen dringt das Krächzen der Nacht.

 

Die Folgen der Dinge: Bald reifen

Werke des Schauens in den Fratzen,

Stunden-Flanken, fellig und staubig, im Joch

Der Ereignisse, die Mechanik der Schatten

Reisst die Schwärze auf, in der sich regten Gestalten,

Denen der Augenblick noch nicht jammerte,

Naben in der Drehung gaumen den Raum.

 

Das Kummet der Träume, übergestreift der Scham,

Die Feliden ins Private verstossen, Zirkelflure des Fremdens.

 

In der Kumme die Summen, Würze der Tage,

Faden vermauert, der Flug der Mehlfliegen,

Gekrümmt und koscher, überspannt das Geschehen,

Keine Kunde und keine Rolle von den Zifferblättern fallend,

Kompasse befruchten Schemen, Schienenstränge

Kämmen die Welt gegen den Uhrzeigersinn.

Ratternde Storen, Schützen kauern in den Binsen.

 

Die Fesseln der Gattungen gelöst, die Figuren der Wortlosigkeit

Beben in den Frachträumen der Theodizee, schattenlos.

 

Blutende Hobelspäne, Schuppen fallen

Aus den Fenstern des Volkspalastes, verkehrt hängen

Die Handelnden neben ihren Hunden, lehmig und gaumig,

Verhandlungen um Arbuse: die Menge der Samen massgebend:

Gegenwart prasselt auf die Spuren der Opfer ein,

Steifheit des Schocks, Haare rippen am Schwemmkegel.

Fliegen schwärmen. Am Bahndamm rollen die Schatten.

 

In den Werkhöfen quellen die Saaten der verkanteten Schlaflosigkeit:

Grasnarben bedecken die Hasenscharte der Gerechtigkeit.

 

(Basel, 19.-26.03.12)

 

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