Flut und Ebbe - ein Viertelstundgedicht

Sichern die Flut

Aushängen die Ebbe

Erlösen die Gunten voll Plankton

Die Steine voll Tang und Muscheln

Ich pfeife auf das

Was man sieht

Begehre die salzige Decke

Der Fantasie – die Wörter

Spitzen ihre Klippen

An meiner Erwartung.

Die Flut kühlt die Wärme des Schlamms

Und rollt die Kiesel des Strands

Sorgsam von ihrem Ort zurück

An ihren Ort – die Wörter

Spritzen ihre Wellen

Auf meine Erstarrung.

Ich guhne nach Lagunen.

Die See pfählen

Gegen Rückfluss ins Tiefe

Dass hier die Knietiefe

Marianengräben spiegele

Ohne dass ich mich spiegelte

Gebückt über das salzige Blatt

Schöpfen die Flut

Stillen die Glut

Der Unsicherheit

Möge die Ebbe flattern

Draussen

Auf Tankern und Bojen.

Ertrunken die Tangsammler.

 

(Basel, 12.02.12)

 

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