Schon mehr als einen Arbeitstag Gedichte (8 3/4 Stunden)

Viertelstundgedicht XXXV

 

Alles ist Anfang

Alles ist Abgrund

Alles ist Null

Alles beherrscht die Null.

Nicht anders als Pinguine

Stehen wir gemeinsam

Und doch jeder für sich in seinem Fett

Die Flügel leicht abgespreizt

Am Eisrand

In der Kälte

Die uns umgibt und doch nicht hat.

Retour éternel à la case départ.

Unser Krähen

Hilferufe –

Gibt es denn einen Platz

In dieser Kälte

Der dir entspräche –

Ist es vermessen

Einen einzufordern?

In uns blüht das Unverständnis

Wie Eisblumen

Kristallscharfe Zufallsfiguren.

Die Null erfüllt mich.

Meine Seele ist der Wasserbauch

Eines Biafrakindes –

Denn alles haben wir

Nur uns selbst nicht.

Was tun die andern

Die da neben mir

Krähen – Wolken vor den langen

Spitz in den Himmel zeigenden Schnäbeln

Woher nehmen sie die Wärme

Das Verständnis die Ergebenheit

Die Zuversicht

Dass die Sonne

In der Kälte

Zurück kehrt?

Die da neben mir

Mit denen ich kaum rede

Ausser Floskeln und Belanglosigkeiten

In diesem kalten Wartesaal

Auf wen verlassen sie sich

Wem können sie vertrauen?

Stehen sie auch

Vor der einen Wand

Vor dem einen Abgrund

Vor dem einen Anfang

Vor dieser einen Null

Die ihren Hühnerfriedhof

In ihr Denken drückt?

 

(Basel, 23.01.12)

 

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