Nummer 33

Die Scheidewand

Lässt alles herein

Und weniges hinaus.

Die Schalen ungleich voll

Die eine sinkt hernieder

Die andere steigt hinauf:

Das eine ist ohne Gewicht

Das andere kennt nur die Schwere.
und doch ist das in der Sonne Glänzende

Dunkel und schwer

Und das unten Schimmernde

Verlockender noch...

Die Federwaage

Von der ich hier spreche

Misst die leichtesten Nuancen

Zwischen dem was ausser mir

(Gänzlich ausser mir)

Und diesem was schon ein wenig mir

Und jenem das mir schon verloren

Da es meines ist. Sie tut dies

Andauernd, und es ist schwer

Ausdauernd hinzuhorchen

Da nichts herauskommt

(Die Schale wird nur leichter)

Aber vieles hineinfliesst

Und ich stehe draussen da drinnen

Worte nie genügen und doch

Schemenhaft schleichen der Scheidewand entlang:

Diese wenigen schwereren Schemen

Hinabgesunken in die

Welt

Werden

Welt

Im Gedicht.

 

(Basel, 16.01.12)

 

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