32. Viertelstundgedicht

Schweigen. Handgriffe.

Ein Wort notieren

Einen halben Satz.

Immer in Bewegung.

Spreche ich

Bezwecke ich –

Eine Botschaft

Die zu verstehen ist.

Doch in mir –

Und ich kann nicht leugnen

Dass es dieses „in mir“ gibt

Dass es eine Dringlichkeit hat

Gewonnen hat und abgewinnt

Wie ein anderer Mensch eigensinnig

Womit es für alles relevant ist

Vor allem dafür

Was ich nicht sage

Weil ich es nicht zu sagen weiss

(Können ist eine Fertigkeit

Weshalb Dichten keine ist) –

In mir wie Blasen oder Quallen

Ähnlich den halben Sätzen

Dem einen Wort

Ist ein Tun ein Handeln

Das nur da unten lebt und überlebt

Und doch wesentlich ist

Vielleicht nicht für alles

Was ich tue

Aber für alles

Was ich schreibe

(Und das ist letztlich alles) –

Und doch weiss ich es nur

Andeutungsweise

Dahinein zu bannen

Doch liegt es dann darin

Wie der gallertige Körper

Einer Tiefseekreatur

Am Strand. Und manchmal

Bleibt gar nur die Spur einer Schnecke –

Glänzend und feucht.

Kann sie als Beweis gelten dafür

Dass ich mehr

Bin als die Handgriffe und

Aussagen eines Tages?

 

(Basel, 16.01.12)

 

 

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