Viertelstundgedicht Nummer 24

Allein in der Stille der Nacht sitzend

Entsteht in mir die Frage

Selbst nahe an der Aussage

Weshalb das

Was ich als in mir seiend

Zu erkennen meine

Weshalb das

Was ich als mein Eigen

Zu bezeichnen wage

Leicht Worte findet

Ausser mir

Auf einer Heftseite statt

Ausser mir

In einem Gespräch

Und ob beides

Gespräch wie Seite

Holzwege sind –

„Jedes auf seine Art“ –

Beim Schreiben

Glänzt die Tinte der Buchstaben

Lange noch in ihren Enden

Und in ihren Kurven und Winkeln –

Dafür schon schreibe ich...

Die Worte verblassen

Trocknen

Und ich denke daran

Dass ihre Gültigkeit

Nicht nur beschränkt ist

Auf dieses Blatt

Sondern auf diesen Moment

Des Erlöschens der Tinte.

Die Worte

Die ich schrieb

Die ich nicht sagte

Entstammen schon

Einem Fremden.

 

(Basel, 21.12.11)

 

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