Biografien, Memoiren

Allein der Text zählt, allein die Transformation, die Transformationsarbeit. Das Leben wird gelebt, hat seine Tücken, ist banal und demütigend - aber es hat nichts zu suchen in der Auslegung eines Texts, es hilft nicht beim Verstehen, es verfälscht sein Verständnis.

 

Doch wie verbreitet ist diese Form der Auslegung, es scheint die einzige zu sein, zu der man fähig ist - der einfachste, breiteste Weg (selbst Akademiker gehen ihn, sie vielleicht noch nachdrücklicher): "Die Frau von X. erzählt in ihren Memoiren, dass X. in dem Gedicht "Die grüne Weiche" sie selbst gezeichnet habe. Die Anspielung auf den Europa-Mythos stamme aus zahlreichen Gesprächen dieser ersten Jahre ihrer Beziehung zu X. und gebe ihre damalige Meinung genau wider." (Und wie wir jetzt das Gedicht verstehen...)

 

Und ich denke manchmal, dass mit der Recherche ein für allemal dieser St-Beuvianismus aus der Welt sei...