Ratschlag für den Rücken

Meinen Rücken reden lernen —

Den Wirbeln ihr Recht zur Faust geben!

Aus der Nervensäule die Funken schlagen für den 

Aufstand: ich sah den Engel wie einen Blitz

Vom Himmel fallen… Aus der Furche 

Durch die ich blindschleiche den Rücken 

Recken als ein Iota und in Gerten-Worten

 

Sich an der Gegenwart vergehen. 

Das Wenn aufzäumen (Balzac)

Riemen angelegt und im Bereich

Zwischen Tor und Huf gründlich 

Zwergfortsätze in die Wahrscheinlichkeit 

Gestolpert. Im Schatten der Baumschulen

Reden von gutem Darm und Leitern.

 

Ein Tuckern scheint zu genügen

Oder ein Name — Fanny oder Farah.

Der angenehme Geruch des Schnaubens 

Vor dem Anfang jedes Satzes…

Komplizenhaftes Lächeln beim Aufzäumen:

 

Die tumorblauen Fragen 

Aussagen und im Rahmen stehen

In Erwartung des Geschirrs — 

In das Dröhnen heraustreten

Und am Schlag in die Schnauze

 

 

Die Rache des Wenn fühlen.

Durchgefallen

Durchfällige Mehrungen

Drängen sich auf und scherzen

Von alten Frauen 

Die wie Floskeln

Aber doch mehr — 

 

Samt und sonders Zahlen

Ohne Worte. Ein Krinolinen-

Ergebnis mit Kloster.

 

Der Abfall schlendert und nimmt dann

Fahrt auf — ein Freiheitsverhängnis

In Elysium mit Platinhüften raschelnd. 

 

Und die Geister

Margarethen

Die Besonderheiten

 

In samtheisse Tücher. 

Zahlenmässig

Zahlenmässig lässt sich rechtens

Nicht verdeutlichen und sei es mit Buch-

Stäben oder anderen probiotischen 

Nahrungszusätzen und Diätzureichungen

 

Wie die Gesänge vom Mond

Und die weniger werdenden Absätze der Wirklichkeit

(Schuldendienste Makrowirtschaften und Existenzminimüter)

Und am allerwenigsten diese meine

Zuckerhutstosstrupps und

Vielfach- und Nebeneinander-

Denkbarmöglichkeiten doch 

 

Zwar in verschwindendem Masse

Sozusagen iotaweise in den einzigen

Noch real existierenden diätetischen 

Und ordnungspolitisch normierten 

Mäander und ganz und gar

Ungerechtfertigterweise 

Doch noch einfliessen könnten

 

Und bevor sich etwas beweisen liesse

Ob zahlen- oder zunahmeweise

Sind die Brennstäbe und anderen

Strahlenden Absätze in euer Leben

Getaucht und ich sehe euch jetzt

 

In der Tiefsee durchscheinen. 

Nochmals Fluchtverse

IV

 

Wenn du unten bist

Kennst du nur 

Den Schmerz im Nacken 

Und das Weiss der Augen — 

Dein Kopf voller Kleinstgeld

Das zu zusammezuzählen

Noch nie gereicht hat. 

 

Die Arbeit zu tun

Die andere nicht schert weil

Unerträglich und uneinträglich — 

Letzter Hochmut und Ehrentitel

Für Leber und Darm — 

Dein weisser Elefant zerdeppert Geschirr

Dem niemand anhängt — 

Kostbarer als alle die Geisterfahrten 

In den Vorstandsetagen Verhandlungsritualen und Mitarbeitendengesprächen — 

Und keine Kontoflipperei

 

Und doch wenn ich jetzt heimlatsche

Kein Bier im Eisschrank

Und nicht die Spur einer Möse im Bett — 

Und die Freiheit von Maggi — 

Mehr nicht als die Geisterfahrten

Des Ganzen als Nichts faltenlos oder 

Der Zwiesprache mit den 

Denaturierten Lettern 

(Danke Herr Fauser) — 

Und die Salzflecken auf blauer Decke

Und die leise Moosluft mit Tomatensaftduft. 

 

Die Zimmerfahrten ohne konkrete Vorstellungen 

Aber viel Absichten mit ohne Inneneinrichtungen — 

Ein Strip Hoffnung und ein Strip

Ganz natürlicher Mittellosigkeit plus die Prise

Arschleckerei und Schulterzuckelei und die 

Scheppernde Notlüge der Bürgerlichkeit und darunter 

irgendwie lahme intellektuelle Arschbombe

Der nichtbedürftigen Prinzipienkackerei…

 

Wenn du unten bist

Lauter wortsäumige Zimmerfluchten

Und Fusel wie Sangria 

Und du denkst

Mit deinen weissen Augen

Und deinem steifen Nacken

(Dem einzigen steifen und dem einzigen weissen an dir)

Wenn du noch denkst

Wenn das noch Denken ist und du

nicht schon nur noch

Grünen kannst unten 

Unten lässt es sich auch

Leben aufm Sunset Boulevard

Der enlausten Egoficks. 

 

V

 

Und irgendein Arschloch oder

Noch so ein Arschloch 

Läuft mit der Aufschrift rum

Vivre la vie à tout moment — 

Mit einer Visage

 

Wie Kotze in der Steinenvorstadt. 

Fluchtverse

I

 

Billiges Bier in guten Dosen

Vereinzelte Socken und Teigwaren

Mit vielleicht sogar Käse. 

 

Das flüchtige Bisschen

Anschein. Numismatik mit

5-Räpplern. 

 

Messingtage. 

Fleischkäsehemden.

Brunnenwasser.

Schrittchen zum nächsten

Ende. Gebrauch von Nichts

Für Wiedernichts. Geratewohl

Einer Blüte aus einer Null. 

 

Dafür — das Nein

Erübrigt sich von selbst:

Wahl gibt es keine — 

Absichten und Zuversichten. 

 

II 

 

Das nächste Ende kommt schon 

Nur keine Bange. Der Gürtel ist rund. 

Nicht der Fakt. Solange du einen

Roten Heller hast gibt es ihn. 

Das ist der Fakt. Schau ihn gut an. 

Mehr gibts nicht zu sagen

Oder fühlen. Das Netz

Exisitiert für den Anschein

Nicht wirklich mehr und doch 

Gibt es diesen Staub aus dem Kies

Leicht aufzuwirbeln — 

 

Und das Kies

Das die Ameise pflügt

Ist leichter als 

Die Räppli darin

Von der Fasnacht

Übrig. 

 

III 

 

Wenn du unten bist

Kennst du nur 

 

Diesen Schmerz im Nacken. 

Grasbalg oder Fehlgast

Ein Grasbalg

Oder Fehlgast

Lebt nicht

Im Angeburteten.

 

Es gibt für ihn nur

Thailändische Härte oder

Rudimentäres Grausen.

 

Die Sinnverwirrung

Von der er spräche

Steckte er nicht fest

Als wäre er die 

Schwindelschaffende Nabe

Ist an sich harmlos —

Nicht mehr als ein Zirkelschluss.

 

Es gibt für ihn nur mehr

Die Tintenstiche in Zeichensprache

Oder eben halt alltägliches Pressen.

 

Ein Fehlgast

Oder Grasbald

Haust im Geschürten.

 

Stolpern über Rinnstein oder

Rachengähe Repetitionen

Gehören zu seinen besten Stücken. 

 

Eine Phase allerdings

Hat er hinter sich:

Die Sinnliche.

 

Es gibt jetzt schönste

Bleisänften oder vaginale

 

Fliesenfänger. 

Tauchsieder & Reaktor

Ein Betrug am Ufer

Ein Unlecken am Sand und

Dürren raschelnden Stengeln. 

Über das Weiss

Aus Kraft der Wellen

Und dem Dunkel aus der Tiefe

Von Wald und Meer —

Ein Betrug am Bleiben in mir. 

 

Schau den Menschen an

Auf dem Nadelbett

Als ein Berg aus Fleisch 

Brennend im Fleisch

Wie ein Tauchsieder 

Gesenkt in die Tasche eines Reaktors

Hingestreckt am Ufer

Wo die Dünen dauern

Wo das Salz anlandet

Wie dein Wort in mir.

 

Ein Krallenwurf 

An weissem Strand

In all das Rundgerollte

Und Abgeleckte. Ein Betrug

Am niedergeschlagenen Bruder 

Der in der Seichte schon ertrinkt

Den Rücken noch nadelbestückt. 

 

Ein Betrug an mir 

 

Entgegen aller Witterung. 

Auf die Schliche kommen VII (Heim)

Keine Heimlichkeiten mehr — 

Der Friede war nicht umsonst.

In den tiefen Trümmern und selbst

In den Spitälern des Militärs

Und kein Versprechen mehr

Von besseren alten Zeiten.

 

Oh wie das glüht! Innen

Ist äusserer als aussen —

Aus dem tiefen Staat 

Mit seinen Warnnetzen

Und aus den Zahnreihen

Jenseits der Glienicker Brücke

Und den Schwaden des Grills

Beim FC Babenberg lässt sich

Ein schleichender Treck lesen:

 

Oh wie das glüht unter den Füssen 

Und im Mund: ein Heim

Für jene mit Schaum vorm Mund

Und strahlenbreiten Sohlen

Aber kein Denkmal für die Helden

An denen Hochzeitspaare

Sich küssend inszenieren oder 

Für den Tanz der Tauben.

 

Oh wie das glüht

Wie das Trillern

 

Eines Morgenvogels…

Auf die Schliche kommen II

Das ist schlicht:
Trotz des Rasens
Und seines Geflügels
Die Wut über die Scheidung 
Oder die Unvereinbarkeit der Gemüter
Und ihren Dieselgeschmack
In einem einzigen Akkord
Als wäre sie ein wort
Unablässig sinken lassen — 
Ein Schleppanker oder
Eine Bremse aufgestiegen
Aus dem strengen Dung des Rasens.

Und so diese verklebte Wut
In aller Einfachheit tief verscharren
Ohne eine Wunde zu hinterlassen — 
Auf dass die Sommergräser
Wankten in der Brise 
Wie eben nur Sommergräser
Wanken.

Rollen der Köpfe