Strahlung II

Angereicherte Spiegel 

Und Rückstandsbeeren —

Falloutlämmer und

Fatalismusflöze — 

Nichts ist mehr

In den Forwarherzen. 

 

Pulen in den fortgesetzten

Taubennestern nach dem Stoff

Der selbst fliegt und wie

Rieseln von Kieseln

Auf den Spulen liegt. 

 

Alles ist zu sehen. 

Die Gesichter geöffnet

Die Urnen geäufnet

Und die Sümpfe dehnen sich

Mit ihrem Spinnweb

Über die blendenden Panoramas aus

Bis in die Kerzen der Zeit

 

Mit ihren stotternden Tumotoren. 

Sagen sie

Die Wurzeln der Stirnen

Stehen fest und irren

Doch: im Krachen hinten

Legt Kolumbus sein Ei:

Als könnte er binden

Ein Amerika wie eine Münze

Mit ihren beiden Küsten. 

 

Und ich mache ein Gedicht.

 

Die Säulen der Lippen 

Schienen die Mienen — 

Noch: in den Linien des Sturms 

Zieht Amerika an Strängen 

Der Montgolfieren mit ihren

Beharrungskräften-Panzerketten. 

 

 

Und er macht ein Gedicht. 

Hunger I

In der Warte regnets sehr lange schon. 

Der Grund ist weich und den Knien angenehm.

Draussen fliegen sie in Scharen auf. 

Das tun sie immer. Der letzte Schimmer

Dringt herein und ist Milch — laues Meinen

Laues Halten. Die Freiheit der Haare kennt ein Ende —

Die feuchten Enden greifen sich den Grund aus Haut

Und Knochen — in der Warte arbeitet die Zeit

Für das Fallen und der Raum verschliesst sich

 

Dem Himmel ob der Strähnen. 

Balkan

Schlunde schiessen auf

Scherenrunde und Wehrnisse — 

Hornissen flattern sturzvoll

Drüber und drohnen kreischend 

Mit Vergeltungsschlägen bevor sie

Eingesogen werden wie alles andre auch: 

Kokosphären der Fehlbehandlung

Sowie Kosmosflausch einer zunehmenden

Einzellerperspektive begattet überm

Rost der Hängebrücke mit 1’000 Fähnchen

(Weltfrieden und Erleuchtung oder so was) — 

 

Eingesogen und schockgetrocknet im Schlund

Der heiss und geil vor markwirtschaftlichen Fortschritts-

Potenzen und daneben ja noch einer und noch einer — 

Und tief unten das Kichern eines Jungen

Verzweiflung und Unaufhörlichkeit

Engerling-Finger und auf jeder der vier Seiten

 

Innendrin stehen Bilder oder Lettern

Und das wird dann geschehen

In was du zuletzt geblickt —

 

Eine Hornisse und eine weitere

Schnippelrunde bevor sich die Schlunde

 

Schnell schliessen und atmen.

Ausruf

Was für ein Fall ist das

Wenn die Barfüsser mit den Dornen

Laufen und die Beflissenheiten 

Aus dem Ruderlöffel tropfen?

 

Weder Zuckerstaudämme 

Noch Schneebesen —

Als gäbe es nur die Tropfen neben dem Glas

Wo das Holz sich bäumt und die Talsohle

Vor Hecken erstickt. Und Blütenpusteln.

 

Blütenpusteln die mir nur 

Auffallen wie Mumienbänder —

Die Kälte wäre erträglicher

Mit einem Saugen. 

 

Was für ein Fall ist das

Wenn der Winter an den Sommerteilen

Haust und die Aufgaben im Lauf

 

Der Absichten versanden?

Gedicht für meine Spätzchen

Verzweifelte Nacktheit

Und eine Geduld die

Wie eine Kinderkrankheit

Dinge wie Ideen verschlingt

Von der Laune die mich eine halbe Stunde 

Wieder auf die Beine stellt bis zur

Krume die ich in der Küche 

Unachtsam zertrete — 

 

Einfälle wie Reiskörner 

Die beim Unleeren wie Blitze

In die Ritzen spritzen — 

 

Die blanke Verheissung von Kleingeld

Die mein Portemonnaie 

Zum Münzenkreuzer 

Zum Flugzeugträger umformt — 

 

All die Silberspatzen und besonders die Rotbäuchlein

Darin und in meinem Hirn:

 

Wie ich sie liebe… 

Strohhalm und Schatten

Du bist mein Strohhalm und bist der Schatten

Um den Lichtschalter geschaffen von meiner Hand:

Ein wenig Süden an meiner Wand und

Ein Zittern am Abgrund in Raten.

 

Du hast gesenkt die gelben Strähnen

Deiner Wurzeln in mich und gelegt die schwarze Erde

Deiner Blicke über mich und während ich werde

Springflut oder Blitz sehe ich das Gähnen.

 

Erst das weiche Senken von Wänden und Enden

Vollbracht mit lichter Nähe und dann

Ein ganzer Abhang mit all den Blütenständen

 

Schlitternd und bittend als sei ich kein Mann. 

Tollwut

Bald ist ein Wind — 

Gleichmässiger Glatzenwurf oder

Mindestbisschen von Huritauben

Und die Kamele verwerfen ihre Lippen.

 

Nein ist keine Biestigkeit zuliebe — 

Die Falten des ersten Zögerns 

Noch sichtbar bis in die letzten Tage

Des verfluchten Erregers.

 

Ein Wind in den Muskeln

Auf fetten Betten und hohen Konten — 

Auftrieb für die Seidenstrassen-

Lumpen oder ein kurzer Flug

Über den Baum

Der im Feuer wurzelt.

 

Und keine Krume ist vergebens — 

Mein Rücken hier trägt die Zeichen

Falscher Versprechungen wie den Bart des Propheten

Und die Staubstoppeln der Zukunft

 

Bedecken meine Augen. 

Ratschlag für den Rücken

Meinen Rücken reden lernen —

Den Wirbeln ihr Recht zur Faust geben!

Aus der Nervensäule die Funken schlagen für den 

Aufstand: ich sah den Engel wie einen Blitz

Vom Himmel fallen… Aus der Furche 

Durch die ich blindschleiche den Rücken 

Recken als ein Iota und in Gerten-Worten

 

Sich an der Gegenwart vergehen. 

Das Wenn aufzäumen (Balzac)

Riemen angelegt und im Bereich

Zwischen Tor und Huf gründlich 

Zwergfortsätze in die Wahrscheinlichkeit 

Gestolpert. Im Schatten der Baumschulen

Reden von gutem Darm und Leitern.

 

Ein Tuckern scheint zu genügen

Oder ein Name — Fanny oder Farah.

Der angenehme Geruch des Schnaubens 

Vor dem Anfang jedes Satzes…

Komplizenhaftes Lächeln beim Aufzäumen:

 

Die tumorblauen Fragen 

Aussagen und im Rahmen stehen

In Erwartung des Geschirrs — 

In das Dröhnen heraustreten

Und am Schlag in die Schnauze

 

 

Die Rache des Wenn fühlen.

Rollen der Köpfe